Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, October 26, 2021

Wort zum Sonntag von Bischofsvikar Peter Tarlinski

 

26. Sonntag im Jahreskreis – B

1. Lesung:Num 11, 25–29
2. Lesung:Jak 5, 1–6
Evangelium: Mk 9, 38–43.45.47–48

Im Schuldbekenntnisses des Gottesdienstes in der Katholischen Kirche heißt es: „Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe. Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken.“ Anders ausgedrückt, sollten wir als Gläubige das Gute tun und das Böse unterlassen. Im Evangelium nach Markus warnt Jesu vor dem Übel: „Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.“

 

Mit dieser bildhaften Rede will uns Jesus dazu bewegen, über das Gute und das Böse in unserem Leben nachzudenken. Er spricht vom Ärgernis. Im griechischen Text des Evangeliums wird dieses mit dem Wort „skándalon“ ausgedrückt.Prof. Dr. Jan Lies, von der Hochschule für Ökonomie und Management in Essen, interpretiert anhand des Online- Lexikons: „Das Wort ‚skandalon‘ bezeichnete ursprünglich den Verschluss einer Falle. Heute wird es verkürzt als ‚öffentliches Ärgernis‘ gebraucht.“ Was uns ärgert, sind geschehene und aufgedeckte Missstände im menschlichen Verhalten. Sie werden als Verstoß gegen die Moral (illegitimes Handeln) oder gegen das Recht (illegales Handeln) wahrgenommen. Skandale, die aufgedeckt werden konnten, bekommen in unserer Zeit eine mediale Präsenz. Diese sorgt für berechtigte Empörung in der Öffentlichkeit und bewegt nachdrucksvoll zur Aufklärung. Auch die Kirche ist dazu aufgerufen, ihre Abweichungen vom Evangelium, ihre Skandale, aufzudecken und die Ursachen zu beseitigen.

 

Warnt Jesu vor dem „skandalon“, so meint er: für die anderen kein schlechtes Vorbild zu sein, die anderen durch sein Verhalten vom Glauben nicht abzubringen, die Mitmenschen zum Bösen nicht zu verführen und ihnen keinen Schaden zuzufügen. Wie wichtig für das Leben auf Erden, für die menschlichen Beziehungen und die Ewigkeit das Meiden von Ärgernissen ist, enthüllen die Vergleiche. Der Mühlenstein am Hals, die abgehackte Hand, das abgetrennte Bein und das herausgerissene Auge – sind keine so großen Verluste im Vergleich zum schädlichen Skandal. Skandale fordern nicht selten viele Opfer, die unter verwerflichen Handlungen leiden müssen. Daher ist das Aufdecken von Missständen eine Aufgabe für uns alle, besonders für uns Glaubende. Frei für das Gute zu leben und dem Guten zu dienen, ist der christliche Weg. Diesen zu gehen, dürfte zu unseren festen Entscheidungen mit dazu gehören.

 

 

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