Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, December 1, 2022

Honig – flüssiges Gold

 

Jede Woche steht Waldemar Piechatzek aus Klein Schimnitz (Zimnice Małe) in Oppeln und verkauft seinen selbstgemachten Honig. Auch, wenn es, wie gerade, Minusgrade draußen hat und heftig schneit – Waldemar Piechatzek steht mit stoischer Ruhe an seinem Honigstand und verkauft flüssiges Gold.

 

Honig ist für Waldemar Piechatzek eine Leidenschaft. Wenn er bei seinen Bienen ist, ist er glücklich, sagt er. „Ich kann da komplett abschalten. Wenn ich meiner Frau sage, ich bin mal für zwei Stunden bei den Bienen, dann weiß sie schon: vor fünf/ sechs Stunden bin ich nicht zurück.“

Angefangen sich für Honig zu interessieren habe er schon als junger Mann. „Aber da ist das noch zu früh.“ Denn als Imker müsse man eine gewissen Reife mitbringen. Die habe – er zumindest – in dem Alter noch nicht gehabt, so Waldemar Piechatzek. „Wenn ich mit den Bienen arbeite, muss ich gleichzeitig hochkonzentriert und gleichzeitig sehr ruhig sein.“ Für ihn ist das Imkern eine Mischung aus Angst, Spannung und Konzentration.

Und wenn alles klappt, und seine Bienen arbeiten wie ein schweizer Uhrwerk – dann sei das höchste Befriedigung, erzählt der Hobby-Imker.

 

Waldemar Piechatzek aus Klein Schimnitz (Zimnice Małe) steht jeden Dienstag in der Dambonia-Passage in Oppeln und jeden Mittwoch und Samstag in der Koszyka-Passage.
Foto: LS

 

Das Gold der Bienen

Waldemar Piechatzek verkauft an seinem Stand in Oppeln vor allem Honig. Neben dem Honig gäbe es aber noch ganz andere Produkte der Bienen, die weniger bekannt sind. Blütenpollen zum Beispiel – „das Gold der Bienen“. Waldemar Piechatzek empfiehlt täglich einen halben Löffel zum Müsli. Blütenpollen, das ist von den Bienen gesammelter Blütenstaub. Die Bienen sammeln ihn von den vielen hunderten Pflanzen der Umgebung und vermischen ihn dann mit Nektar und Enzymen.

„Blütenpollen sind eine Eiweiß-Bombe und enthalten unheimlich viel Vitamine“, so der Hobby-Imker. Und die Wissenschaft gibt ihm Recht. Mehr als 20 wissenschaftliche Studien haben mittlerweile festgestellt, dass Bienenpollen einen großen Einfluss vor allem auf die Gesundheit von Männern haben. So sollen die kleinen Kügelchen Stress reduzieren, die Vitalität steigern und bei Prostata- und Erektionsstörungen helfen.

 

 

Propolis – das natürliche Antibiotikum

Waldemar Piechathek isst jeden Tag Honig und Blütenpollen. Krank wird er selten. Und wenn er doch mal krank wird, dann greift er auf ein anderes Bienenprodukt zurück: Propolis. Die Bienen dichten mit dieser Substanz ihren Bienenstock ab. Gleichzeitig enthält diese Dichtungsmasse auch natürliche Antibiotika, die den Bienenstock gegen Bakterien, Viren und Pilze schützen sollen.

Wenn er krank ist, dann nimmt Waldemar Piechatzek – Propolis, das natürliche Antibiotikum der Bienen. „Es hilft gegen ganz viele Krankheiten. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Antibiotika genommen habe.“

 

 

Welcher Honig ist besser?

Auf die Frage, welcher Honig besser ist, der aus dem Supermarkt oder sein eigener, antwortet der Hobby-Imker so: „Es wie bei der Milch. Die Milch direkt vom Bauern ist gesünder als die Milch vom Discounter. Aber beide heißen – Milch.“ Mit Honig sei es dasselbe.

Im Grunde ist das auch der Anlass gewesen, warum er selbst Imker geworden sei: „Ich wollte schon immer guten Honig kaufen. Aber das war gar nicht so leicht. Also habe ich mir gesagt – dann mach ich ihn doch einfach selbst.“

 

Leon Schwarzenberg

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