Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, December 9, 2022

Wort zum Sonntag von Bischofsvikar Peter Tarlinski

25. Sonntag im Jahreskreis – C

1. Lesung: Am 8,4–7
2. Lesung: 1 Tim 2,1–8
Evangelium: Lk 16,1–13

Am Sonntag, den 15. September 2019, wurde im Dom zu Limburg Pater Richard Henkes (Pallotiner) selig gesprochen. Richard Henkes stammte aus Ruppach im Westerwald, wo er am 26. Mai 1900 geboren wurde. Er trat 1919 in das Noviziat der Pallotiner in Limburg ein und wurde am 6. Juni 1925 zum Priester geweiht. Sein Dienst vollzog sich auch im schlesisch-mährischen Raum. Von 1931 bis 1937 wirkte er als Lehrer und Seelsorger in Katscher (Kietrz – jetzt im Bistum Oppeln) wie auch als Exerzitien-Meister. Von 1941 bis 1943 diente er als Pfarrer in Standorf im Kreis Troppau (Strahovice – w powiecie opawskim). Zugleich war er ein berühmter Prediger in Oberschlesien. In seinen Ansprachen kritisierte er die Ideologie des Nationalsozialismus und legte sich mit dem Nazi-Regime an. Nach einer Predigt am 8. April im oberschlesischen Branitz (Branice) wurde er verhaftet und nach Ratibor gebracht. Nach zwei Tagen verlegte man ihn in das KZ-Lager in Dachau. Dort starb er am 22. Februar 1945 in der wegen Typhus isolierten Baracke 17.

Ein Held seiner Zeit, dem Wahrheit und Freiheit wie auch die menschliche Würde wichtiger waren als ideologische Scheinversprechen von irdischer Herrschaft, Macht und Reichtum. Passend dazu sind daher die Worte aus dem heutigen Evangelium: „Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“. Zukunftsweisend sind auch die Ermahnungen des Apostels Paulus an Timotheus: „Vor allem fordere ich zu Fürbitte und Danksagung auf für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“.

Für die Wahrheit, welche aus dem Wort Gottes hervorgeht, hat Richard Henkes sein Leben hingegeben. Im Lied zu Ehren des neuen Seligen heißt es u.a.: „Auch Richard Henkes traute Dir, fand Mut in schweren Zeiten, sprach Unrecht an mit klarem Wort, wollt’ hin zur Wahrheit leiten“. Er wird als Märtyrer verehrt und ist u.a. ein Schutzpatron des mutigen Christentums. In diesem Sinne spricht der 87jährige Franz Kamphaus, in den Jahren 1982-2007 Bischof von Limburg: „Der Dienst ist nicht zu teilen. Entweder Gottesdienst oder Mammonsdienst. Entweder Gottes Herrschaft – oder: Geld regiert die Welt. Kaum etwas kennzeichnet unsere Situation so sehr wie der Mangel an Leidenschaft. Wir finden immer einen Grund, nicht radikal zu sein. In der Nachsicht mit uns selbst sind wir grenzenlos. Was übrig bleibt? Ein Glaube ohne Ärgernis, eine „kommode Religion“. Bewahre uns Gott davor.

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