Michał Golenia

Mit Michael Golenia, dem Koordinator des Projektes Rationalisierung der Begegnungsstätten, sprach Manuela Leibig.

Worum geht es in dem Projekt „Rationalisierung der Begegnungsstätten?

 

Allgemein geht es darum, das wir, also Vertreter des Verbandes der deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaften in Polen in Zusammenarbeit mit der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deustchen im Oppelner Schlesien, die DFKs besuchen, und wissen wollen, was sie überhaupt machen, wie es ihnen geht, was für Pläne sie haben, was sie in der Vergangenheit gemacht haben.

 

Ich nehme an, jedem DFK werden dieselben Fragen gestellt. Wie wurde der Fragebogen erstellt?

 

Es gab mehrere Personen die daran gearbeitet haben. Eine erste Skizze haben die Mitarbeiter der SKGD vorbereitet. Dann beugte sich der Vorsitzende des VdG Bernard Gaida darüber und baute seine eignen Fragen mit ein, und zum Schluss haben wir, die die Besuche in den DFKs durchführen, nochmal daran gearbeitet. Also, wir haben uns alle genau überlegt was wir fragen, der Fragebogen ist so gestaltet, dass man ein angenehmes Gespräch führen kann.

 

Wie gehen sie bei der Terminvereinbarung vor?

 

Wir rufen beim Vorsitzenden des DFK an, und fragen welcher Termin für ein Treffen passend wäre. Die Besuche machen wir eher spontan, denn wir wollen vermeiden, dass jemand uns in einem Angstzustand erwartet, dass jetzt jemand kommt, und eine Prüfung durchführen wird, oder dass es als ein Kontrollbesuch anzusehen ist. Deswegen werden die DFKs im Vorfeld nicht darüber informiert was genau erfragt wird, wir wollen niemanden zwingen aus den letzten Jahren der Tätigkeit große Berichte mit Zahlen vorzubereiten, sondern in einer natürlichen Atmosphäre, während eines lockeren, offenen Gesprächs, den wirklichen Zustand des DFK erforschen.

 

Wie ist die Reaktion vor Ort?

 

Manchmal werden wir anfangs ein bisschen unsicher empfangen, aber spätestens nach einigen Sätzen ist das Eis gebrochen, die Atmosphäre bei den Treffen ist sehr angenehm. Man sieht den Mitgliedern an, dass sie sich glücklich fühlen, dass so ein Gespräch stattfindet, dass sich jemand für die Tätigkeit des DFKs wirklich interessiert.

 

Wie viele DFKs gibt es im allgemeinen, und wie viele davon planen sie zu besuchen?

 

Das muss man ein bisschen differenzieren, in den Woiwodschaften Oppeln und Schlesien gibt es DFKs. Im Norden des Landes gibt es eigentlich autonome Organisationen, die an die Deutsche Minderheit gebunden sind. Die heißen nicht mehr DFKs, sondern halt Deutsche Minderheit im Einzelnen. Die haben eine bisschen andere Struktur. Generell gibt es in ganz Polen, Pi mal Daumen, 500.

 

Haben sie alle 500 besucht?

 

Noch nicht alle, wir werden dieses Jahr fast komplett mit allem fertig sein. Bei manchen Organisationen ist es schwierig sich zu verabreden, beispielsweise 800 Kilometer zu fahren um einen DFK zu besuchen, ist nicht wirklich vernünftig. Aber das was wir schaffen wollen, sind fast alle, also 90 bis 95 Prozent.

 

Das heißt fast 500 Gespräche werden durchgeführt. Aber mit dem Gespräch endet es nicht, oder?

 

Nein. Bei jedem Gespräch wird ein Bericht geschrieben. Das Projekt dauert schon das dritte Jahr in Folge. Um in der Zwischenzeit nicht zu vergessen was aus den Gesprächen herauskommt, treffen sich immer wieder alle, die in das Projekt involviert sind. Wir präsentieren die Ergebnisse der Gespräche, wir sprechen über das was wir bei den DFKs sehen und feststellen. Zum Ende des Jahres wird aus allen unseren DFK- Besuchen ein großer Bericht entstehen. Diesen wird der VdG analysieren und Schlüsse aus ihm ziehen.

 

Gibt es schon erste Ergebnisse über die Sie sprechen können?

 

Ergebnisse gibt es noch nicht, wie müssen erstmals alle DFKs besuchen. Erst wenn wir alle besucht haben, dann kann man erst über Ergebnisse sprechen. Im Grunde weiß man schon, was man da sich erhofft, und was man auch sehen wird. Aber erst wenn alles definitiv fertig ist, dann kann man sagen, so ist es wirklich, und in diese Richtung müssen wir arbeiten, um den DFKs ihre Tätigkeit einfacher zu gestalten. Aber über konkrete Einzelheiten können wir erst 2018 sprechen.