In den kommenden Tagen und Wochen finden in Oberschlesien zahlreiche Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer der Oberschlesischen Tragödie statt, die sich auf die Ereignisse des Januars 1945 beziehen. Die deutsche Minderheit lädt wie jedes Jahr zu den zentralen Gedenkfeiern in Lamsdorf ein, die am letzten Sonntag im Januar stattfinden. Nachfolgend eine Übersicht weiterer Termine.
VdG
Am Montag versammelten sich Vertreter der deutschen Minderheit, Mitarbeiter verschiedener Organisationen sowie Partner aus Politik und Gesellschaft zum traditionellen Neujahrstreffen der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD).
Der VdG präsentiert sein neues Logo
Der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) präsentiert ein neues Logo und einen modernisierten visuellen Auftritt. Die Neugestaltung verbindet Tradition und Zukunft und trägt den gewachsenen Anforderungen – insbesondere im digitalen Bereich – Rechnung. Das neue Design markiert zugleich den Auftakt des Jubiläumsjahres.
Liebe Mitglieder der deutschen Minderheit in Polen,
das Jahr 2025 ist zu Ende und wir schauen schon in die Richtung 2026. Hinter uns liegt ein Jahr mit vielen Ereignissen und viele davon waren für uns positiv. Unsere deutsche Gemeinschaft hat durch ihre Aktivität und Sichtbarkeit einen großen Beitrag zu diesen positiven Entwicklungen geleistet.
Bereit für Weihnachten
Die Gesellschaft der deutschen Minderheit „Masuren” in Lyck, insbesondere ihre jüngsten Mitglieder, hat sich bereits Mitte November auf Weihnachten vorbereitet. Genau am 15. fand dort ein Kunstworkshop mit dem Schwerpunkt Weihnachtsdekorationen statt.
Sisyphus und der Mährische Ausgleich
Während ich diese Zeilen schreibe, sind seit dem Ende meiner dritten und letzten Amtszeit als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) im Rahmen der FUEN zehn Tage vergangen. Einige Wochen zuvor endete auch meine Amtszeit als Mitglied des Präsidiums der FUEN, der größten Vertretung nationaler, ethnischer und sprachlicher Minderheiten in Europa.
Oberglogau: Minderheiten- und Schülerprojekt mit Unterstützung aus Deutschland
Im Kulturzentrum in Oberglogau wurde ein besonderes Ereignis zur Erinnerung an Pfarrer Albert Willimsky veranstaltet – einen deutschen römisch-katholischen Priester, Nazigegner, Seelsorger und Märtyrer, der mit der Region Oberglogau verbunden war. Pfarrer Willimsky wurde in einem deutschen Konzentrationslager hingerichtet, weil er den Nationalsozialismus unerschrocken kritisierte und die Würde der zwangsverpflichteten polnischen Arbeiter verteidigte.
Das Theaterfestival „Jugendbox“ feiert sein 10. Jubiläum
Oberglogau – Am 22. und 23. November 2025 öffnet das Kulturzentrum in Oberglogau seine Pforten für das große Finale des 10. Theaterfestivals „Jugendbox“. Der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen lädt herzlich dazu ein, die kreativen und vielfältigen Darbietungen von neun Jugendtheatergruppen der deutschen Minderheit zu erleben.
Es trennen uns nur einige Kilometer
Es war ein Ausflug mit einer Idee. Es ging nicht nur darum, etwas Neues, Interessantes zu sehen, sondern auch Landsleuten in einem schwierigen Moment zu helfen. Eine nachahmenswerte Idee.
Dirschau, Stuhm. Die Gesellschaft der deutschen Minderheit in Dirschau beschloss, sich am 25. Oktober zu einem Ausflug zur Schleuse Weissenberg aufzumachen. Dieser Komplex wasserbaulicher Anlagen wurde ab dem 16. Jahrhundert errichtet, um die Wasser der Weichsel und der Nogat zu trennen, die bis dahin der Hauptstrom der Weichsel war. Diese Trennung war ein Konfliktherd zwischen Danzig und Elbing. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Anlage erweitert, wobei zwischen dem Tal der Weichsel und der Nogat eine Schleuse, ein Wehr sowie ein Hochwasserschutztor hinzugefügt wurde, außerdem eine kleinere Schleuse, die das Wasser der Liebe in die Nogat leitete. Diese Regulierung ermöglichte die Eröffnung von Wasserstraßen und die Entwicklung der Binnenschifffahrt.
Die Dirschauer hatten sich jedoch nicht nur zur Besichtigung der wasserbaulichen Bauwerke aufgemacht.
Gemeinsam aus der Krise
„Wir haben zu diesem Ausflug auch unsere Landsleute von der Gesellschaft der deutschen Minderheit in Stuhm eingeladen. Sie haben es momentan nicht leicht. Bei ihnen ist nicht viel los, also wollten wir ihnen einen kleinen Anstoß geben und ihnen Energie geben, damit sie versuchen, die Krise zu überwinden“, erklärt Krystyna Jakubanes, die Vorsitzende der Dirschauer Organisation.
Zum Ausflug hatten sich acht Personen aus Stuhm und 32 aus Dirschau eingetragen. Die Reise war ein voller Erfolg, und alle kehrten zufrieden zurück. Zum Abschluss genossen sie ein gemeinsames Mittagessen in einem Restaurant. Die Reise war für die Gäste kostenlos, da Dirschau sich um finanzielle Förderung vom Verband der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen bemüht hatte und die fehlende Summe aus Eigenmittel beigesteuert hat.

Foto: privat
Die Teilnehmer des Ausflugs hörten auch ein Referat von Krzysztof Bieńkowski über die Tragödie der Deutschen in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg. Das war einer der Vorträge aus dem Zyklus zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und dessen Folgen für die Deutschen, die sich in Polen wiederfanden. Während der Reise kam es auch zu Gesprächen über den Zustand und die Zukunft der einen und der anderen Organisation. Die aus Stuhm repräsentierte Vorstandsmitglied Gabriela Manteufel.
„Die Gesellschaft in Stuhm steht vor demselben Problem wie viele unserer Organisationen: das Alter Mitglieder, nachlassende Aktivitäten bei gleichzeitigem Mangel an Führungskräften. Deshalb glaube ich, dass wir uns gegenseitig unterstützen und zusammenschließen müssen, um weiter aktiv zu sein. Mir liegt daran, dass unsere Organisationen nicht nur existieren, sondern auch aktiv sind. Wir liegen nur 33 km voneinander entfernt, und außerdem verbindet uns alles“, fügt Krystyna Jakubas hinzu.
Ein großer Schritt Richtung Erhalt des Standorts Ratingen
Das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen darf aufatmen: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat erhebliche Mittel zur Erneuerung der Dauerausstellung zugesagt. Die angekündigte Schließung des Museums hatte in Deutschland und Polen Kritik ausgelöst.











