Seit Jahren laden die Gesellschaften der deutschen Minderheit in Gdingen und Danzig zu ihren Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Versenkung der Flüchtlingsschiffe „Gustloff“, „Steuben“ und „Goya“ im Jahr 1945 ein. Die diesjährige Feier am 17. März begleitete ein eisiger Wind.

 

 

In der Seefahrerkirche des Heiligen Petrus, an der Kanzel Bernard Gajda, der Vorsitzende des VdG

 

In der Seefahrerkirche des Heiligen Petrus in Gdingen wurde am 17. März mit einem Gottesdienst der über 20.000 Opfer bei der Versenkung von Schiffen mit Flüchtlingen aus Pommern sowie West- und Ostpreußen gedacht. Gekommen waren etwa 100 Gäste, darunter die Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Danzig Cornelia Pieper.

 

Greta Reschke erinnerte in einem Gedicht zu Beginn der Messe besonders an die Kinder der Gustloff. Ein Gedanke, den Domherr Andre Schmeier aus Allenstein in seiner Predigt aufgriff: „Sie wurden wie andere unschuldige Opfer in ihrem Vertrauen enttäuscht. Denn wer sich auf den Flüchtlingsschiffen in Sicherheit wähnte, bezahlte diesen Irrtum damals mit dem Leben.“ Der Vorsitzende des Verbandes der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen Bernard Gaida rief ebenso wie Generalkonsulin Pieper dazu auf, sich für Verständigung einzusetzen und nicht Feindschaft zu säen, damit so etwas nicht wieder geschieht.

 

 

 

Ulrich Bonk von der Landsmannschaft Westpreußen gedachte im zweiten Teil der Veranstaltung am Hafen von Gdingen aber auch der Menschen, die heute aus Angst vor Krieg fliehen und dabei wie die damaligen Opfer im Meer umkommen. Als die Kränze für die Toten ins Meer geworfen wurden, waren einige Gäste nicht mehr dabei. Denn der böige Wind am Hafen in Gdingen ließ den leichten Frost sehr fühlbar werden und zumindest erahnen, was die Menschen im eisig kalten Winter 1945 durchmachen mussten.

 

 

 

Uwe Hahnkamp