Polnisch, Deutsch, schlesische Mundart und seit Neuestem sogar Ukrainisch: In der Oppelner Woiwodschaft werden viele Sprachen gesprochen. Aus dieser Tatsache machten am vergangenen Mittwoch die Veranstalter des Europäischen Tags der Muttersprache in Oppeln – darunter die Deutsche Bildungsgesellschaft – keinen Hehl.

Einen Workshop zur deutschen Landeskund leitete die Deutschlehrerinn Sylwia Michala, die seit Jahren sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen arbeitet.
Foto: A. Durecka

Der Europäische Tage der Muttersprache wurde in Oppeln erneut gefeiert. Diesmal wurde die Veranstaltung in thematische Blocks aufgeteilt, jeder Teil war einer anderen Sprache gewidmet. Deutsch konnte hier natürlich nicht fehlen. „Die Oppelner Region ist nun mal eine Region in der Polnisch nicht die Muttersprache aller Einwohner ist“, unterstrich in seiner Rede Rafał Bartek, Vorsitzender der Oppelner SKGD. Um so mehr freue es ihn, dass dies auch beim Europäischen Tag der Muttersprache in Oppeln zum Ausdruck gebracht wurde. Denn obwohl die deutsche Sprache allgemein nicht zu den gefährdeten Sprachen zähle, ist es in der Oppelner Woiwodschaft etwas anders. „Die Vermittlung der deutschen Sprache baut vor allem auf der Vermittlung innerhalb der Familie auf. Was wir aber benötigen, ist die Vermittlung in der Schule, in der Öffentlichkeit“, betonte der Chef der Deutschen in der Oppelner Woiwodschaft.

Deutsch in der Öffentlichkeit und vor allem auch im Vordergrund – diese Bedingung wurde während der Veranstaltung in der Oppelner Woiwodschaftsbibliothek erfüllt. Auf der Bühne präsentierte Julia Mutz, die Finalistin des deutschen Rezitationswettbewerbs „Jugend trägt Gedichte vor“, das Gedicht „Denglisch“. Das Lied „Mama, ich liebe Dich“ gaben Zofia Wydra und Karolina Stanossek zum Besten. In der Zwischenzeit fanden auch Sprachworkshops statt. Einen Workshop zur deutschen Landeskunde leitete die Deutschlehrerin Sylwia Michala, die seit Jahren sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen arbeitet. Zum Europäischen Tag der Muttersprache kam sie mit dem Projekt des Goethe-Insituts „Spielvormittage“. „Während der Spielvormittage lernen die Kinder und Jugendlichen etwas über die Landeskunde Deutschlands. Das Wissen bringe ich ihnen auf eine ganz simple Art und Weise, nämlich durch Spiele bei. Die Kinder wissen gar nicht, dass sie lernen. Sie spielen nur, haben Spaß und nebenbei erfahren sie Einzelheiten zur deutschen Landeskunde. Mein Lieblingsspiel ist zum Beispiel Memory, es gibt auch ein Landeskunde-Memory“, sagte Sylwia Michala.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion. Zu deutschen Germanismen in polnischer Sprache äußerte sich Dr. Jarosław Bogacki. Er sprach auch über die Rolle der deutschen Sprache für Entwicklung der Wirtschaft in der Oppelner Region.

A. Durecka