Auch das Oktoberfest fand im Rahmen der Kulturtage statt

Veranstaltungen im Rahmen der Deutschen Kulturtage im Oppelner Schlesien konnte man dieses Jahr schon ab dem 20. September besuchen.  Doch die offizielle Eröffnung wurde am vergangenen Freitag in der Oppelner Philharmonie mit einem Konzert begangen.

 

Vor dem musikalischen Höhepunkt lud die SKGD in Rahmen der Deutschen Kulturtage noch zu einer Ausstellung ein, die am 5. Oktober in der Galerie der Oppelner Woiwodschaftsbibliothek präsentiert wird. Die Fotoausstellung „Peter Schrats Heimat. Fotografische Aufzeichnungen an der Malapane” ist das Ergebnis einiger Fotografieworkshops, die zwischen 2013 und 2017 im Malapane-Tal durchgeführt wurden. Unter professioneller Aufsicht des Fotografen Jerzy Stemplewski und Ideengeber Józef Kotyś versuchten sich 32 Amateure in der Kunst der Fotografie. Die Ausstellung zeigt nur einige der damals geschossenen Fotos. In der Galerie WuBePe kann man die Schönheit des Malapane-Tals noch bis Ende Oktober bewundern.

 

Auf bayerisch und schlesisch

 

Die offizielle Eröffnung der 14. Deutschen Kulturtage fand allerdings erst am Freitag statt. Der Vorsitzende der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien, Rafał Bartek, sagte in seiner Eröffnungsrede, dass die Kulturtage von zahlreichen Partnern, Schirmherren und Sponsoren unterstützt werden, was nicht heißt, dass es in Zukunft nicht noch mehr sein könnten. Weiter unterstrich er, dass auf Grund dessen, dass immer wieder neue Firmen in Schlesien ansässig werden, die Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen suchen,  die deutsche Sprache und Kultur in der Region immer wichtiger wird. „Die deutsche Sprache soll nicht die Sprache der eigenen vier Wände sein, wie es bis 1989 gewesen ist. Das hängt nicht nur von der deutschen Minderheit ab, sondern von den Eltern zu Hause, den Lehrern, der Schulleitung und den Trainern der Miro Deutschen Fußballschulen, Bürgermeistern, Selbstverwaltern, Leitern der Kulturinstitutionen und allen ehrenamtlich Engagierten, die wahnsinnige Arbeit leisten um die Deutschkenntnisse der Menschen in der Region auf hohem Niveau zu erhalten“, so der SKGD-Chef.

 

Mit dem Eröffnungskonzert begann ein ereignisreiches Wochenende, welches in Krappitz fortgesetzt wurde. Am Samstag trafen sich zahlreiche Bewohner der Region in der Krappitzer Sport- und Eventhalle zum Oktoberfest. Natürlich durften Dirndl für die Frau und Lederhosen für den Mann bei dem Bierfest nicht fehlen.  Der Star des Abends George Wind riß alle Besucher des Oktoberfestes zum Klatschen und hin und her Schaukeln mit. Am Sonntag wurde es nicht leiser in der Krappitzer Eventhalle, denn um 15.00 Uhr wurde dort ein Kreiskonzert veranstaltet und die Tanzgruppen WAL-NAK und Silesia feierten ihren 25 Geburtstag. Bei solch einem Jubiläum durfte natürlich auch eine Torte nicht fehlen. Der späte Nachmittag und Abend in Krappitz waren ganz und gar schlesisch und jugendlich: die Tanzgruppen tanzten schlesische Tänze (lernwilligen Gästen brachten sie die Sternpolka bei) und präsentierten Trachten, die in ihrem Heimatort einst getragen wurden.

 

Keine Ausreden

 

Dorota Czerwionka, Vorsitzende des DFK Grocholub (Grocholub) erfuhr von dem Ereignis zwei Wochen zuvor. Schnell traf sie die Entscheidung, dass sie nicht ein weiteres Mal allein im Kreise ihrer Familie zum Kreiskonzert reisen will. Sie bestellte einen großen Bus und ermutigte die Mitglieder ihres DFKs und aus anderen Nachbarorten wie Broschütz (Brożec) und Walzen (Walce) mitzukommen. „Es ist so, wenn es regnet, so wie jetzt, hat niemand Lust das Haus zu verlassen. Aber wenn man sich schon für die Busfahrt fest angemeldet hat, dann gibt es keine Ausrede mehr und alle sind zufrieden”, sagte Czerwionka.

 

Hubert Adamczyk aus Stibendorf (Ściborowice) kam mit seiner Ehefrau nach Krappitz: „Die Atmosphäre hier ist super, ich mag deutsche Musik und hinzu kommt, dass die Jugendlichen auf der Bühne so viel Energie ausstrahlen!“, so der Besucher.

 

Wer beim Kreiskonzert in Krappitz nicht dabei sein konnte, der kann sich junge Künstler der Deutschen Minderheit am Samstag, den 21. Oktober ab 17:00 Uhr im Städtischen Kulturhaus in Rosenberg und einen Tag später, am Sonntag, den 22. Oktober ab 15:00 Uhr im Gemeinde- Sport-  und Freizeitzentrum in Sakrau anhören und ansehen.

 

Manuela Leibig