Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, July 5, 2022

Ein Zeichen setzen

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt auch die Jugendlichen des Allensteiner Deutschklubs. In einer spontanen Fotoaktion haben sie nun ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk ausgedrückt.

„Ukaina, jestesmy z wami – Stop wojnie” heißt es auf den Plakaten, die sechs Jugendliche des Allensteiner Deutschklubs in den Farben der ukrainischen Nationalflagge bemalt haben und in die Kamera halten. Auf Deutsch: „Ukraine, wir sind bei euch – Stoppt den Krieg“. Die Fotocollage wurde auf den Social-Media-Kanälen der „Jugend in Allenstein“ gepostet – und fand dort ein positives Echo.

„Mit dieser Aktion wollten wir uns mit den Menschen in der Ukraine solidarisch zeigen“, erklärt Julia Herzog, Kulturmanagerin des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) sowohl bei der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) als auch beim Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren (VdGEM). Vor etwa zwei Jahren hat sie den Deutschklub als einen Treffpunkt für die Jugendlichen der örtlichen deutschen Minderheit ins Leben gerufen. Seitdem trifft sich die Gruppe regelmäßig etwa einmal im Monat, führt Projekte durch, organisiert Filmabende oder übt die deutsche Sprache.

Fotos: Privat

„Wir haben uns auch am Freitag vor zwei Wochen getroffen, um über die Pläne des Deutschklubs für die kommende Zeit zu sprechen. Da kam natürlich auch das Thema des Krieges in der Ukraine auf. Gemeinsam haben wir entschieden, dass auch wir ein Zeichen gegen diesen Krieg setzen möchten – und sei es auch nur etwas Kleines“, erzählt Julia Herzog. „Da kam dann schnell die Idee für eine Fotoaktion auf.“ Gesagt, getan: Nach kurzer Absprache haben die Jugendlichen zu Hause die Plakate bemalt, entsprechend beschriftet und sich dann damit fotografieren lassen. Am Ende musste alles nur noch in die richtige Reihenfolge gesetzt und dann auf Facebook und Instagram gepostet werden.

Auch abseits des Deutschklubs engagieren sich die jungen Leute für die Flüchtlinge aus der Ukraine, von denen in diesen Tagen auch viele die Woiwodschaft Ermland-Masuren und speziell Allenstein erreichen. „Sie haben zum Beispiel Kleidung und Kuscheltiere für die Kinder gespendet“, berichtet Julia Herzog. Auch in den Schulen gebe es bereits Sammelaktionen für benötigte Hilfsgüter. „Die Jugendlichen sind also mit dem Thema vertraut und möchten deshalb auch selbst helfen“, so die Kulturmanagerin.

Die kleine Foto-Solidaritätsaktion könnte dabei durchaus der Beginn weiterer Initiativen des Deutschklubs sein. „Man könnte zum Beispiel einen Flohmarkt organisieren und die Einnahmen spenden“, gibt Julia Herzog Einblick in ihre Überlegungen. Man darf also gespannt sein auf das, was da noch kommen mag.

 

Lucas Netter

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