Die Deutsche Bildungsgesellschaft organisiert seit einigen Jahren Anfang der Sommerferien eine Sommerakademie für Deutschlehrer. Bei dieser einwöchigen Schulung, die vom polnischen Innenministerium finanziert wurde, machen nicht nur Lehrer aus den Woiwodschaften Oppeln und Schlesien mit, sondern auch Lehrkräfte für Deutsch als Minderheitensprache aus Rumänien, Russland, der Ukraine und Kasachstan.

 

Die Lehrer machen mit großem Engagement bei den Workshops mit, obwohl sie eigentlich Sommerferien haben.
Foto: M. Leibig

 

 

Bereits zum sechsten. Mal organisierte die Deutsche Bildungsgesellschaft zusammen mit dem Goethe-Institut Krakau die Sommerakademie. An Themen und Teilnehmern fehlt es nicht. Die Teilnehmerliste war traditionell schon Wochen vor der Akademie überfüllt. Dieses Mal verstärkt mit Lehrerinnen aus dem Ausland. Die Workshops an die Lehrer aus den unterschiedlichen Ländern anzupassen übernahm das Goethe-Institut: „Das beruht schon auf Tradition. Wir laden sehr gerne Teilnehmer aus dem Ausland ein, aber so international wie bei diesem Mal war es bisher noch nicht“, sagt Roland Schmidt, Leiter der Sprachabteilung im Goethe-Institut Krakau.

 

 

Deutschunterricht in der ganzen Welt

 

Deutsch sieht von Klassenraum zu Klassenraum ein wenig anderes aus, aber die Grundidee ist überall auf der Welt dieselbe: Gerne und mit Spaß deutsch vermitteln. Dabei soll auch die Sommerakademie helfen. Kunst, Musik, Landeskunde, das und vieles mehr lernen die Lehrer bei der Sommerakademie in den Deutschunterricht verstärkt miteinzubeziehen. Eugenija Gorban ist eine, wie sie selbst sagt, „traditionelle Deutschlehrerin“ an der Mittelschule in Amankargai (Kasachstan), doch sie ist für neue Ideen immer offen: „Wir arbeiten mit dem Wortschatz, wir lesen und hören viel Deutsch, und ich spiele mit meinen Kindern gern. Es gibt viele Materialien vom Goethe-Institut und ich arbeite auch mit dem Lehrbuch. Von der Sommerakademie nehme ich viele neue Spielideen mit. Und Experimente, das habe ich noch nie gemacht mit meinen Schülern“. Auch die Deutschlehrerin an der Allgemeinschule Ploiesti (Rumänien) Alina Gabriela Nitu ist für Neues offen: „Ich versuche, den Deutschunterricht immer interessant und modern zu gestalten, denn das ist wichtig, und das motiviert die Schüler.“

 

 

 

 

In den Sommerferien

 

„Bei der Planung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der Deutschunterricht gar nicht so unterschiedlich in verschiedenen Ländern ist. Es geht immer wieder darum, praxis- und projektorientiertes Arbeiten in die Schulen zu bringen. Etwas was den Lehrern Spaß macht, denn dann geben Sie den Spaß auch weiter an die Schüler“, beteuert Roland Schmidt. Und Spaß hatten die Lehrer. Egal ob beim Malen, Singen oder bei dem „Fake-News“-Workshop, es wird viel gelacht. Angelika Braun, Leiterin des Workshops „Digitale Medien“: „Ich bin voller Bewunderung, dass die Kolleginnen und Kollegen so engagiert bei den Workshops mitmachen, und das in ihren Sommerferien.“ Teilnehmerin der Sommerakademie Gabriela Adam, Deutschlehrerin an dem Gymnasium in Ploiesti (Rumänien), bestätigt, dass die Sommerakademie eine Austauschplattform für Lehrer bildet: „Der höchste Wert, denke ich, besteht außer den Inhalten, die an uns weitergegeben wurden mit Sicherheit an dem Kennenlernen der Kollegen aus Mittelosteuropa, weil die zwischenmenschlichen Beziehungen vielleicht die wichtigsten sind“, so die Lehrerin des DSD Gymnasiums.

 

 

Manuela Leibig