Die deutschsprachige Gedenktafel für die Zgodaopfer Foto: Drozdp/Wikimeida Commons

Die deutschsprachige Gedenktafel für die Zgodaopfer Foto: Drozdp/Wikimeida Commons

Hiermit laden wir Sie herzlich ein, an der diesjährigen Gedenkfeier am 18. Juni teilzunehmen. Wie in den zurückliegenden Jahren zur Tradition geworden, beginnt diese Feier um 10 Uhr mit einem Gedenkgottesdienst in deutscher Sprache in der Kapelle der Salesianerschule an der ulica Wojska Polskiego neben dem ehemaligen Zgoda-Lagergelände.

 

Daran schließt sich um 11 Uhr am Zgodadenkmal auf dem Friedenshütter Kommunalfriedhof eine Andacht an. Die Feier endet um 12 Uhr mit einem Gedenken an die toten Häftlinge vor dem Tor des ehemaligen Lagers Zgoda an der ulica Wojska Polskiego in Schwientochlowitz.

 

Die Feier der Erinnerung an die Opfer von Zgoda wird seit 1995 nunmehr zum 22. Mal begangen. Dies darf mit Dankbarkeit und Genugtuung registriert werden. Doch leider müssen sowohl der Bezirksvorstand des DFK Schlesien als auch die noch lebenden ehemaligen Zgodahäftlinge und Angehörige von Lagertoten feststellen, dass die Zahl der Teilnehmer an der Gedenkfeier von Jahr zu Jahr geringer wird.

 

Aus diesem Grund möchten wir in diesem Jahr an die Angehörigen der Deutschen Minderheit und an alle an der oberschlesischen Geschichte Interessierten appellieren, am 18. Juni mit uns zusammen das Gedächtnis an die Opfer des Lagers Zgoda und darüber hinaus an alle Opfer der Oberschlesischen Tragödie von 1945 zu begehen und auf diese Weise ihre Solidarität mit den Opfern zu bekunden.

 

Der ehemalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle hat unser Anliegen an Sie einst so ausgedrückt: „Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht“. Und mit dem großen deutschen Schriftsteller und Dramatiker Bertold Brecht ließe sich hinzufügen: „Ein Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“.

 

Wir meinen, dass vor allem die deutsche Minderheit in Oberschlesien den besonderen Auftrag hat, diese Kultur zu hüten und zu pflegen. Die Opfer des Lagers Zgoda waren ja wie auch die Opfer der Deportationen schließlich überwiegend Deutsche. Auch wenn ihr Tod noch so elend und unmenschlich gewesen sein mag – er konnte ihnen nicht ihre Menschenwürde nehmen. Es liegt an uns, diese Würde der Toten durch unser öffentliches Gedenken immer wieder neu zu bezeugen.