Edward Simoni mit seiner Panflöte.
Foto: privat

Mit Edward Simoni, Europas erfolgreichstem Panflötisten, der aus Beuthen stammt, sprach Karin Niemiec.

 

“Der Magier der Panflöte” verzaubert seit Jahrzehnten seine Fans mit seinem einfühlsamen und ausdrucksvollen Panflötenspiel. Kein anderer Panflötist veröffentlichte in den letzten 25 Jahren so viele Studio-Alben und war damit so erfolgreich wie er. Der gebürtige Beuthener lebt heute in Deutschland und erobert nun während seiner zahlreichen Konzerte die Herzen der Oberschlesier.

 

Sie sind mit 24 Jahren nach Deutschland gezogen ohne die deutsche Sprache zu beherrschen. Wie sind Sie dort zurecht gekommen?

 

Aller Anfang ist schwer. Eine andere Sprache, eine andere Mentalität, andere Menschen. Ich habe einige Jahre gebraucht, um mich dort zu akklimatisieren. Ich hatte zum Glück mit Musikern, mit Künstlern zu tun, und Künstler sind tolerante Menschen. Mit ihnen kommt man sehr schnell in Kontakt. Sie haben gemerkt, dass ich musikalisches Talent besaß, weil ich einige Instrumente spielte. Ich habe  mit ihnen in Freiburg, im Schwarzwald musiziert.

 

Wie waren die Anfänge Ihrer musikalischen Laufbahn? Wie sind Sie auf das Instrument Panflöte gekommen?

 

Das Spielen auf der Panflöte kam ganz zum Schluss. Auf diesem Instrument bin ich ein Autodidakt. Meine Mutter ist sehr musikalisch. Sie hat mich in die staatliche Musikschule nach Beuthen geschickt. Dort habe ich Geige und Klavier gelernt. Parallel zur Musikschule habe ich eine Rockband gehabt. Sie hieß Rak. Wir haben in Kattowitz die ersten Aufnahmen gemacht, das Radio hat unsere Songs gespielt, doch dann kam die Bestätigung, dass wir nach Deutschland ausreisen dürfen.

 

Konnten Sie in Deutschland gleich musikalisch durchstarten?

 

Ich habe anfangs zwei Jahre Tanzmusik gemacht. In einer Band habe ich Bas und Gitarre gelernt. Es hat mich jedoch nicht befriedigt. Dann bin ich in die Band von Costa Cordalis eingestiegen und war zehn Jahre lang sein Musiker. Dort habe ich die Panflöte gelernt. Ralf Siegel, der größte Schlagerkomponist zur damaligen Zeit, hat einen Titel mit einem Part für die Panflöte für ihn geschrieben. Ich hatte etwa drei Wochen Zeit, um das Instrument zu erlernen. Costa Cordalis hat mir damals eine Panflöte aus Bambus besorgt. In München habe ich den Part im Studio eingespielt.

 

Sie haben in drei Wochen ein neues Instrument erlernt?

 

Mit der Musik ist es wie mit der Sprache. Je mehr Sprachen man kennt, umso einfacher ist es, eine weitere dazuzulernen. Viele Sprachen ähneln sich, so wie polnisch und tschechisch. So ist das mit den Instrumenten auch. 1981 waren wir beim Grand Prix für Den Haag. Costa Cordalis hat den zweiten Platz gemacht. Das war ungewollt mein Einstieg, was die Panflöte betrifft. Ich habe das Instrument anfangs nicht so richtig ernst genommen, weil ich Rockmusik machen wollte. Ich komme eigentlich aus der Hardrock-Ecke. Doch ich habe bei den Liveauftritten mit Costa gemerkt, dass die Panflöte sehr gut beim Publikum ankam. Ich dachte: „Hoppla, das Instrument funktioniert.“ Von da an habe ich mich voll und ganz auf das Instrument konzentriert. Das war die absolut richtige Entscheidung.

 

1991 gewannen Sie mit der Eigenkomposition “Pan Träume” in Berlin die legendäre ZDF–Hitparade. Dieser Erfolg war für einen Instrumentalkünstler in dieser Hitparade einmalig. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

 

Um Erfolg zu haben, muss man den richtigen Titel haben, am richtigen Platz sein und in der richtigen Sendung auftreten. Ich war der allererste Instrumentalist, der in der ZDF–Hitparade aufgetreten ist. Ich dachte, dass ein dritter Platz nicht schlecht wäre. Es waren alle Größen da: Drafi Deutscher, Katja Ebstein, Nicole, Roland Kaiser und ich habe dort mit fast 40 Prozent gewonnen. Ich saß da und konnte es nicht fassen. Es war, als würde man eine Million im Lotto gewinnen. Seit dieser Zeit ging meine Karriere raketenhaft nach oben.

 

In den 25 Jahren sind Sie selten in Ihrer Heimat aufgetreten. Wird sich das nun ändern?  

 

Das stimmt, ich war sehr lange nicht in Oberschlesien. Jetzt habe ich hier aber einen sehr guten Manager gefunden. Dank ihm habe ich in letzter Zeit in Oberschlesien schon zwölf Auftritte gehabt und hoffe, es werden noch viele mehr.