Klaus Johannis

Das Land im Osten Europas bebt, doch einer behält einen kühlen Kopf: Im Hintergrund der Antikorruptionsproteste in Rumänien mausert sich der deutschstämmige Staatspräsident Klaus Johannis zum populärsten Politiker des Landes. Dies eröffnet ihm womöglich in Zukunft noch mehr Möglichkeiten.

 

Auf seinem jetzigen Posten will sich Klaus Johannis sicherlich nicht ausruhen. Zwar ist er seit 2014 Staatsoberhaupt, doch wie in vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas hat in Rumänien nicht der Präsident, sondern der Premierminister die tatsächliche Macht. Schon 2009 sprach man über eine Kandidatur des Siebenbürger Sachsen zum Regierungschef, doch damals hat man es verpasst, die Übernahme des Amtes durchzuziehen.

 

Eine zweite Chance müsste sich aber dazu noch in Zukunft ergeben, denn Umfragen zufolge wird Johannis in Rumänien immer populärer. Am Rande der letzten gesellschaftlichen Proteste gegen Korruption im Land, zeigte sich der Präsident als klarer Gegner der „alten Konnexionen“ und verurteilte die käuflichen Politiker scharf in der Öffentlichkeit. Grund dafür war ein neues Gesetz, das die regierende Partei der Sozialdemokraten verabschieden wollte. Demnach sollten Politiker, die in Rumänien in Zukunft der Korruption beschuldigt werden, geringere Haftstrafen bekommen, als es bisher der Fall war. In der Gesellschaft löste dies massive Proteste aus, die man seit der Wende im Land nicht gesehen hat und Iohannis fand dafür klare Worte: „Ihr solltet ein Recht schaffen, dass allen Bürgern zugutekommt und nicht nur einer Gruppe von Politikern. Durch diesen Versuch habt ihr das Land lächerlich gemacht“, sagte das Staatsoberhaupt während einer Rede im rumänischen Parlament. Auf die Ansprache von Johannis regierten einige Vertreter der regierenden Partei mit Empörung und verweigerten sogar jegliche weitere Gespräche mit dem Staatsoberhaupt.

 

Im Volk hingegen gewinnt der Politiker deutscher Herkunft dafür umso mehr Zuspruch. Iohannis gilt als ein Mann „außerhalb der alten Seilschaften“ und hat sich von Anfang an den Protesten gegen das neue Korruptionsgesetz angeschlossen. Die Tatsache, dass er Mitglied der deutschen Minderheit ist, stört in der politischen Kariere nicht, sondern ist sogar ein positiver Faktor. Schon bei seiner ersten Wahl für das Amt des Bürgermeisters von Hermannstadt (Sibiu) herrschte die Meinung, dass er „deutsche Ordnung“ einführen wird, quer durch die Gesellschaft. Nach einigen Jahren blühte die Stadt so auf, dass Johannis weitere Wahlen mit über 80 Prozent der Stimmen klar gewann. Es sieht aus, als wäre der Posten des Premierministers für den Deutschen nur eine Frage der Zeit.

 

Łukasz Biły