Wo 1945 sich schlesische Flüchtlingsfamilien und Görlitzer begegneten, kommen auch heute Nachbarn von beiden Ufern der Neiße zusammen.

Am 20. Mai fand im Stadthallengarten Görlitz ein Kinderfest statt, dass an das Jahr 1945 erinnerte. Am selben Tag, vor 72 Jahren, war der Stadthallengarten Schauplatz einer besonderen Begegnung.

 

Damals haben der sowjetische Stadtkommandant Gardeoberst Nesterow und der Görlitzer Oberbürgermeister Alfred Fehler am 20. Mai 1945 die Görlitzer und die sich auf der Flucht befindenden und in Görlitz Station machenden deutschen Niederschlesier zu einem Kinderfest in den Stadthallengarten eingeladen.

 

An dieses Ereignis, an das eine steinerne Tafel an der Stadthalle erinnert, wollen die Organisatoren 2017 ebenso anknüpfen, wie an die 1991 ins Leben gerufenen deutsch-polnische Aktion „Wir, die Neißekinder. My, dzieci Nysy“. „Unser Kinderfest an diesem symbolischen Ort ist Ausdruck der toleranten Stadtgesellschaft über Grenzen hinweg“, so Anneliese Karst vom Stadthallen-Förderverein. Sie konnte noch drei andere Organisationen zum Mitmachen bewegen: den Förderverein „Demokratischer Frauenbund“, den Förderverein „Kulturstadt Görlitz“ und den Bürgerrat „Innenstadt Ost“.

 

Das diesjährige Kinderfest war Familientreffpunkt für Bürger beiderseits der Neiße. „Unser Ziel ist, alle zwei Jahre ein Kinderfest im Stadthallengarten zu organisieren, aber auch Zeitzeugen ausfindig zu machen, die am 20. Mai 1945 dabei waren“, so die Organisatorin Renate Klein.

K. Kandzia