Zum aller ersten Mal lud Andrzej Buła, der Marschall der Oppelner Woiwodschaft, Vertreter der nationalen und ethnischen Minderheiten zu einem Treffen ins Marschalamt ein. „Ich freue mich sehr, dass Sie alle meiner Einladung gefolgt sind, dass Sie über eine gemeinsame Zukunft sprechen wollen. Schließlich organisieren Sie Projekte, die nicht nur für Ihre Mitglieder von Bedeutung sind, sondern für alle Einwohner der Woiwodschaft“, sagte der Marschall zur Begrüßung.

 

Roma, Deutsche, Ukrainer, aber auch Vertreter von Senioren- und Jugendorganisationen trafen sich am Montag im Marschallamt
Foto: A. Durecka

 

Seitens der deutschen Minderheit nahmen an dem Treffen Vertreter des Verbandes deutscher sozial-kultureller Gesellschaften in Polen (VdG), der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen in Oppelner Schlesien (SKGD), des Bundes der Jugend der deutschen Minderheit (BJDM) und der Deutschen Bildungsgesellschaft (DBG) teil. Auch künstlerisch steuerten die Deutschen einen Akzent bei. Vor dem Publikum traten die Finalistinnen der diesjährigen Ausgabe des deutschsprachigen Rezitationswettbewerbs „Jugend trägt Gedichte vor“ auf: Julia Mutz, Karolina Fronia und Wiktoria Gröhlich. Zum Treffen erschienen auch die Vertreter der Roma aus der ganzen Woiwodschaft sowie vier ukrainische Studentinnen zusammen mit ihrer Betreuerin Ludmiła Kaszko. Die ukrainische Gemeinschaft wird in Oppeln von Jahr zu Jahr größer. Das beobachtet Ludmiła Kaszko auch an der Oppelner Universität. „2010 studierten an der Oppelner Universität nur 73 Personen aus der Ukraine, im letzten Semester waren es schon 620“, sagt sie. Der Sejm-Abgeordneter Ryszard Galla sagte, er helfe gerne allen Minderheitenvertretern und Ausländern in der Woiwodschaft Oppeln. „Meine Tür ist für Sie alle offen.

 

Wenn Sie ein Problem haben, eine Sache der Intervention bedarf, dann scheuen Sie sich nicht in meinem Büro vorbeizukommen. Wir werden versuchen Ihre Angelegenheit zuerst regional zu lösen und wenn es nicht anders geht auch auf dem ministerialen Niveau“, erklärte sich der Sejm-Abgeordnete bereit. Ryszard Galla unterstrich, es sei das erste Treffen dieser Art im Marschallamt, aber hoffentlich nicht das letzte. Darauf hofft auch der Marschall Andrzej Buła. „Ich will, dass Sie wissen, dass Sie in uns einen bereitwilligen Kooperationpartner haben.” Dabei betonte der Marschall, wie wichtig es się, in einer vielfältigen Woiwodschaft wie die Oppelner gemeinsam gegen jegliche Ausprägungen von Hass und Fremdenfeindlichkeit vorzugehen. „Anderssein ist ein Vorteil, Vielfältigkeit ist ein Vorteil. Das sollten wir nicht vergessen!“, sagte er.

Anna Durecka