Auch aus Tschechien kamen Deutsche zur Wallfahrt  Foto: Łukasz Biły

Auch aus Tschechien kamen Deutsche zur Wallfahrt
Foto: Łukasz Biły

Deutsche aus Polen, Tschechien und der Bundesrepublik kamen am Sonntag auf dem Sankt Annaberg zur traditionellen Minderheitenwallfahrt zusammen. In seiner Predigt unterstrich der Oppelner Bischof Andrzej Czaja, dass die diesjährigen Jubiläen nicht nur eine Zeit der Freude, sondern auch neuer Aufgaben sind.

 

„Ich freue mich, dass so viele Jugendliche hier anwesend sind, mit Euch muss die deutsche Minderheit in Zukunft besonders stark zusammenarbeiten, Ihr seid ihre Nachfolger“, sagte Bischof Czaja zu den vielen Pilgern während der Minderheitenwahlfahrt. Seine Worte waren eine Anspielung auf das Motto der diesjährigen Wallfahrt, das eben den Jugendlichen gewidmet war. Zusätzlich gratulierte er auch dem Mitveranstalter der Wallfahrt – dem Verband der deutschen Gesellschaften (VdG) – zu seinem 25-jährigem Gründungsjubiläum. Das besondere Jahr sei aber nicht nur eine Zeit der Freude, so Bischof Czaja. „Für Euch kommt jetzt auch eine Zeit der Aufopferung, eine Zeit in der Ihr euch der Gabe euer Vorfahren – der Pflege der deutschen Kultur und Sprache widmen müsst“, sagte der Bischof.

 

Barmherzigkeit war ebenso ein Thema der Wallfahrt, die sowohl im Evangelium, als auch in der Predigt präsent war. Man erinnerte an die Worte von Papst Franziskus, der die Barmherzigen als die adelte, die selber Barmherzigkeit erfahren würde. Auch an der Barmherzigkeit sollten wir wachsen. Es sei nicht einfach barmherzig zu sein, besonders in der humanitären Krise in Europa. „Barmherzigkeit zu zeigen war ja auch nicht einfach für unsere Vorfahren in Schlesien“, so VdG-Chef Bernard Gaida in seiner Rede, der daran erinnerte, dass Schlesien stets ein Land der Toleranz war.

 

Teilnehmer der Wallfahrt waren dieses Jahr auch wieder Mitglieder der Landsmannschaft der Oberschlesier aus München. Sie wollten Solidarität mit ihren in der heimat lebenden oberschlesischen Landleuten zeigen und mit der Jugend in Kontakt kommen.

 

Łukasz Biły