Der DFK Zellin (Kreis Krappitz) hat zwar keinen eigenen Sitz, aber Projekte kommen trotzdem zustande, meistens in Zusammenarbeit mit dem benachbarten DFK Kujau. Denn darin sind schon beide Ortsgruppen geübt.

Die Vorstandsmitglieder des DFK Zellin planen ihre Projekte.
Foto: M. Leibig

Der DFK Zellin (Zielina) organisiert verschiedene Projekte im Jahr. Auch wenn der Vorstand keinen eigenen Sitz hat, das stört hier niemanden. Zu Besprechungen steht den DFK- Mitgliedern der Sitz der Freizwillingen Feuerwehr zur Verfügung, bei Projekten treffen sich die 120 Mitglieder im Kulturhaus in Kujau (Kujawy). Die DFK Mitglieder aus Zellin organisieren Projekte alleine, oder in Zusammenarbeit mit anderen lokalen Organisationen.

Im DFK Zellin finden groß und klein etwas für sich. Letzen Monat gab es eine Märchennacht für die Jüngsten. Hier übernahm Vorstandsmitglied Mirela Hoffert die Organisation: „Bei uns gibt es viele verschiedene Projekte. Die Märchennacht, die wir letztens dank der SKGD gemacht haben, war ein toller Erfolg. Den Kindern hat es sehr gefallen. Wir haben Animateure bekommen und jegliche Unterstützung die wir gebraucht haben. Am meisten hatten die Kinder natürlich Spaß daran, im Kultursaal zu übernachten“, so die Deutschlehrerin Hoffert.

 

Denkmal

Die Dörfer Zellin und Kujau haben schon immer zusammengehalten. Davon zeugt ein Denkmal in Kujau, das nach dem Ersten Weltkrieg den Gefallenen aus den zwei Dörfern gewidmet wurde. Um dieses kümmern sich abwechselnd die DFK-Mitglieder aus Zellin und Kujau. Anfang der 90er-Jahre haben die DFK Mitglieder beider Dörfer neben dem Denkmal zwei Tafeln mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen aufgestellt und das Denkmal erneuert. Kurze Zeit später wurde am Denkmal ein Feuer gelegt. Das Denkmal und seine Umgebung wurden beschädigt. Ein Schreck für die Angehörigen der deutschen Minderheit vor Ort. „Man war schon ein bisschen erschüttert, und manche haben wieder Angst bekommen, und fragten sich, ob sie es lieber sein lassen sollten, sich als Deutsche zu erkennen“ erinnert sich DFK-Mitglied Joachim Kamrad. „Ich bin der Meinung, dass für die Toten, die kein Grab haben, so ein Denkmal eine entsprechende Erinnerung an sie ist, und es sollte niemanden stören“ so Kamrad. Seitdem Vorfall stört dieses Denkmal niemanden mehr, heute erinnern nur noch die rußgeschwärzten Bäume an dieses Ereignis, denn das Denkmal, das damals Ritzen bekommen hat, wurde sorgfältig wieder erneuert.

 

 

 

Skat

Da der Vorsitzende des DFK Zellin, Krystan Brynza, leidenschaftlicher Skatspieler ist, werden seit Jahren im DFK Zellin Skatturniere organisiert. Jährlich werden um die zehn Spiele ausgetragen, alle im Kulturhaus in Kujau. Die Spielnachmittage des DFK Zellin ziehen begeisterte Skatspieler aus der ganzen Woiwodschaft an, manchmal auch von außerhalb. In der Spielsaison 2017/2018 haben 44 Spieler mitgemacht.. Krystian Brynza freut sich, dass dieses Vorhaben so gut läuft: „Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Wir treffen uns regelmäßig, spielen gerne Karten und erzählen dabei was bei jedem so los ist“. Bei jedem Treffen werden die Spielergruppen ausgelost, also kennen sich alle sehr gut. Doch es sind keine Freundschaftsspiele, eine gesunde Konkurrenz ist da: „Wir kämpfen um jeden Punkt“ sagt Krzstain Brynya, dessen Ehefrau für jedes Skattreffen einen Kuchen backt.

 

Das ganze Jahr über

Der DFK Zellin unternimmt viel. Am 19. März wird der „Sankt-Josefs-Tag” veranstaltet, wie die Vorfahren es einst dem Heiligen Jofef versprochen haben. Die Mitglieder stellen den Maibaum auf, organisieren mindestens zwei Ausflüge im Jahr, ein Kartoffelfest und eine Karnevalsparty für die Jüngsten muss es natürlich auch geben. Gerne werden auch Theaterstücke von den Mitgliedern bei Grilltreffen oder Kaffee-und-Kuchen-Treffen aufgeführt. Die Projekte werden gemeinsam mit dem DFK Kujau gestaltet. So auch das bevorstehende Integrationstreffen am 11. August im Kulturhaus in Kujau. Dort werden Geist und Körper der DFK-Mitglieder aus Kujau und Zellin verwöhnt: Kinder treten auf der Bühne auf, und auf den Tischen werden besondere Leckereien serviert.

Manuela Leibig