Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wednesday, November 30, 2022

Der Grundstein für alle Deutschen Gesellschaften (+Bildergalerie)

Am Samstag vergangener Woche (22.10.) lud die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Waldenburg Freunde, Partnerinstitutionen und Vertreter der Stadtverwaltungen von Bad Salzbrunn und Waldenburg ins 1860 erbaute Theater nach Bad Salzbrunn ein, um den 65. Geburtstag der Gesellschaft gemeinsam zu feiern. Gleichzeitig gab es auch das grenzüberschreitende Chortreffen „Beati Cantores”, das die DSKG Waldenburg bereits zum 19. Mal veranstaltet hat.


Die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft für Niederschlesien mit Sitz in Waldenburg wurde am 4. Mai 1957 bei Gericht mit den bis heute gültigen Satzungen eingetragen: „Das war der Grundstein. Unsere Gesellschaft wurde unter demselben Namen eingetragen, den wir bis heute tragen, und dieselben Satzungen, die bis heute gültig sind“, sagt die Vorsitzende der DSKG Waldenburg Doris Stempowska – und fügt hinzu: „Es war der Grundstein für alle Deutschen Gesellschaften, alle Deutschen Freundschaftskreise, die jetzt daran beteiligt sind. Wir durften sogar in unseren Schulen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet bekommen, damals schon, was in Oberschlesien völlig verboten war“, unterstreicht Doris Stempowska.

Doris Stempowska, die Vorsitzende der DSKG Waldenburg, nimmt die zahlreichen Gratulationen zum 65. Jubiläum der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft in Waldenburg entgegen. Foto: Manuela Leibig

Die DSKG Waldenburg wurde damals von der Stadtverwaltung anerkannt, bekam bis zur Verhängung des Kriegsrechts im Jahr 1981 eine Begegnungsstätte zugeteilt und eine Buchhalterin von der Stadt gesichert. Nach dem Kriegsrecht wurde die Tätigkeit der Gesellschaft wieder aufgenommen, jedoch ohne jegliche finanzielle Unterstützung seitens der Stadtverwaltung Waldenburg. Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands, als die deutsche Minderheit in Polen offiziell anerkannt wurde, erlebte die DSKG Waldenburg – dank der finanziellen Unterstützung – eine richtige Blütephase: Deutschunterricht für Kinder, Partnerschaft mit Freiberg in Sachsen, zahlreiche Treffen, Vorträge oder Ausflüge.

Die Waldenburger gründeten einen Chor, mit dem sie verschiedene Veranstaltungen mitgestalteten. Auch bei Chorfestivals machten sie oft mit, nur hatten die Waldenburger keinen Namen für ihren Chor. „Wir besuchen uns schon seit 20 Jahren gegenseitig. Und es hieß immer nur der ‚Chor der Deutschen Minderheit aus Waldenburg‘, als wir den Chor auf die Bühne baten. Und da habe ich Frau Stempowska den Namen ‚Freundschaft‘ vorgeschlagen, da wir uns schon so lange kennen und gemeinsam besuchen. Und die Chormitglieder waren einverstanden“, sagt die Taufpatin des Chores „Freundschaft“ Anna Weinert vom Chor in Krappitz.

2. Bei dem Chortreffen „Beati Cantores“ durfte der Chor „Freundschaft“ natürlich nicht fehlen.
Foto: Manuela Leibig

Die zahlreichen Gratulanten lauschten auch den sechs Chören, die zu dem Chortreffen „Beati Cantores“, den die DSKG Waldenburg ins Leben gerufen hat, aus den Woiwodschaften Niederschlesien, Oppeln und Schlesien angereist waren. Zu hören war vor allem traditionelles deutsches Liedgut wie „Die Gedanken sind frei“ oder „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“. Auch weniger bekannte Lieder eroberten die Herzen der Zuhörer, zum Beispiel „Die Glatzer Hymne“, die die „Glatzer Sänger“ gesungen haben, oder verschiedene Lieder zum Thema Heimat, die von allen Chören präsentiert wurden. Auch der Chor aus Magdeburg, der seit einigen Jahren zu „Beati Cantores“ anreist, präsentierte auf der Bühne sein Können.

Zum Schluss sangen alle gemeinsam die Hymne der Europäischen Union auf Deutsch und auf Polnisch. Alle Sänger freuen sich schon auf das Wiedersehen in einem Jahr, wenn das Chortreffen „Beati Cantores“ sein 20-jähriges Jubiläum feiern wird.

Manuela Leibig

 

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