Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, December 5, 2022

Zum Schutz des Erbes

Auch große architektonische Werke wurden in dem Register aufgenommen Foto: Rusdeutsch.
Auch große architektonische Werke wurden in dem Register aufgenommen Foto: Rusdeutsch.

Das würde wohl auch in Polen gut ankommen: Die deutsche Minderheit in Russland bietet in Zusammenarbeit mit der Portal „Rusdeutsch“ ein Internetregister deutscher Siedlungen im Land an.  Ziel ist – so die Projektleiter – das Bewahren des deutschen Kulturerbes.

 

Im Rahmen des Projektes „Deutsche Siedlungen Russlands“ wurden insgesamt 77 Siedlungen (48 im Gebiet Saratow, 15 im Gebiet Omsk und 14 in der Region Altai) untersucht. Dabei wurden Objekte des Kulturerbes der deutschen Minderheit in Russland dokumentiert und so „vor der Vergessenheit geschützt“. Die gesammelten Daten bündelte man auf einer Internetseite, die mit dem Portal „Rusdeutsch“ verknüpft ist.

 

Die ganze Initiative wurde empirisch durchgesetzt. Als Basis nahm man Befragungen, Interviews, unmittelbare Beobachtungen, statistische und Archivquellen sowie Audioaufzeichnungen, wie auch Fotoaufnahmen. Nicht jedes Bauwerk oder Ortschaft schaffte es aber ins Register, denn die Kriterien waren exakt angegeben: Das jeweilige Objekt musste von Russlanddeutschen erbaut oder mitgestaltet worden sein, dazu musste es auch für die Förderung und Unterstützung der Kultur der Russlanddeutschen dienen oder gedient haben. Schließlich musste es auch spezifische deutsche Merkmale haben.

 

Die beschriebenen Ortschaften sind meistens kleine Dörfer, die von deutschen evangelischen Einwanderern gegründet wurden. Einige von ihnen hatten zu ihren Gründungszeiten bis zu 100 Prozent deutsche Einwohner. Ein Beispiel kann das heute russische Dorf Bobrovka sein, dass seit Mitte des 18. Jahrhunderts existiert. Gründer waren 88 Familien (279 Personen) aus Preußen, Sachsen, Hessen, Schwaben und Hannover.

 

Łukasz Biły

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