Nicht nur die Sudeten haben einer reiche, multikulturelle Geschichte. Auch im westlichen Teil der Beskiden ist es nicht schwer eine Wanderung zu planen, während der klar wird, dass die Vergangenheit der Region durch mehrere Kulturen geprägt wurde.

 

Die Hala-Lipowska-Hütte wurde 1931 durch Mitglieder des deutschen Beskidenvereins

Unseren Ausflug beginnen wir im Ortsteil Żabnica-Skałka, der eine etwa 30 Minuten lange Autofahrt von Saybusch (Żywiec) entfernt ist. Neben der Hauptkreuzung befinden sich hier einige Parkplätze.

 

 

Aufstieg auf den Romanka-Gipfel

Zunächst halten wir nach den schwarzen Zeichen Ausschau, die uns etwa ein Drittel der Strecke nach oben führen werden. Auf diese Weise kommen wir zum blauen Wanderweg, der uns weiter bis auf den Gipfel führt. Es ist keine einfache Strecke, auf sieben Kilometern klettert man fast 800 Meter nach oben, was mindestens drei Stunden in Anspruch nehmen wird.

In diesem Fall ist aber der Weg das Ziel. Man wandert durch einen abgelegenen, ruhigen Teil der Beskiden, der im Vergleich zum Widderberg oder Weiberberg von wenigen Touristen besucht wird. Diese Strecke ist vor allem denjenigen zu empfehlen, die die Nähe zur Natur mögen. Der Romankaberg selber ist mit 1366 Metern einer der höchsten der Gebirgskette, ist aber wegen fehlender Ausblicke wenig populär. Darum ist das Naturreservat auf seiner Spitze umso mehr zu empfehlen. Vom Gipfel aus folgen wir den gelben Zeichen, die uns in einer Stunde zur Rysianka-Hütte fuhren.

 

 

Der Romankaberg gehört zu den höchsten Spitzen der Saybuscher Beskiden. Fotos: Łukasz Malkusz

 

 

Andenken an Zusammenarbeit der Minderheiten

 

An der Berghütte angekommen, werden wir auch endlich mit einem wundervollen Panorama belohnt. Bei gutem Wetter sind von hieraus unter anderem der Weiberberg und das Tatra-Gebirge zu sehen. Das Gebäude wurde 1937 durch den Polnischen Tatra-Ski-Verein gebaut. Die nächste Berghütte befindet sich nur 15 Minuten weiter, was der kürzeste Weg zwischen zwei Herbergen in den Beskiden ist. Die Hala-Lipowska-Hütte wurde in den Jahren 1931-1932 durch den deutschen Beskidenverein gebaut. Heute wird sie durch den Polnischen Touristenverein (PTTK) betrieben und gehört zu den populärsten Berghütten der Region.

Weiter führen uns die grünen Zeichen. Bis zum nächsten Ziel ist es ein angenehmer Spaziergang, der etwa eineinhalb Stunden dauern sollte. Auf diese Weise gelangen wir zur Hala-Boracza-Hütte, die wiederum ein Andenken an das jüdische Kulturerbe der Beskiden ist. Das Gebäude wurde 1932 durch den Jüdischen Sportverein „Makkabi” aus Bielitz erbaut. „Makkabi” arbeitete mit dem Beskidenverein zusammen – die beiden Vereine bildeten den Verband der Beskidenvereine in Polen, um die Rechte der nationalen Minderheiten in den Bergen zusammen zu schützen.

Von hieraus führen uns die schwarzen Zeichen zurück nach Żabnica-Skałka. Dieses letzte Teilstück sollte rund 45 Minuten in Anspruch nehmen. Auf diese Weise haben wir eine sehr intensive Wanderung hinter uns, die sowohl Naturfreunde, wie auch an der Geschichte interessierte Personen erfreuen sollte.

 

 

Łukasz Malkusz

Infobox: Mit der Wanderung durch die Beskiden endet unsere Reihe für dieses Jahr. Neue interessante Wanderziele gibt es wieder ab Frühling 2019.