Letzte Woche besuchte eine Gruppe von Dänen die deutsche Minderheit in Oppeln und genauer den Verband deutscher Gesellschaften. Die rund 50 Personen wollten hier mehr über die Geschichte und Gegenwart der deutschen Minderheit erfahren.

 

Die dänische Gruppe efuhr im Sitz des VdG in Oppeln mehr zur Geschichte der Deutschen in Polen. Foto: Rudolf Urban

 

Die Reisegruppe bestand sowohl aus Mitgliedern der dänischen Minderheit in Deutschland wie auch Dänen, die im Grenzgebiet zu Deutschland leben und im dortigen Grenzverein aktiv sind. Seit mehreren Jahren tun sich beide Gruppen zusammen und bereisen so Europa. “Interessant sind für uns dabei Ziele, die man als Tourist oft gar nicht angeboten bekommt. Außerdem ist immer eine nationale oder ethnische Minderheit in dem jeweiligen Land Ziel unserer Reise. Wir wollen einfach erfahren, was die anderen Minderheiten machen und wie ihre Lage ist”, sagt Marike Hoop vom Südschleswiger Verein aus Flensburg.

 

Nun war also Polen und die hier lebende deutsche Minderheit das Ziel der Reise. Dabei sind die Deutschen in und aus Schlesien zumindest für einen Teil der Gruppe kein unbeschriebenes Blatt. Vor allem die Vertreter der dänischen Minderheit in Deutschland sind mit vertriebenen und ausgesiedleten Schlesiern, die sich in Nordeutschland niedergelassen haben, in Berührung gekommen. Ihre Partner vom Dänischen Grenzverein dagegen haben zumeist zum ersten Mal von einer deutschen Minderheit in Polen gehört. Für Norbert Rasch als Vorstandsmitglied des VdG, Zuzanna Donath-Kasiura von der Oppelner deutschen Minderheit und Katrin Koschny, die über den Jugendverband BJDM gesprochen hatte, war die Aufgabe also nicht leicht, während eines kurzen Treffens die Geschichte und heutige Lage der deutschen Minderheit darzustellen. “Es war für alle sehr überraschend, wie schwer es hier ist. Wir kommen ja aus einer sehr priviligierten Minderheit, die schon seit Jahren einen guten Stand hat und bei euch, wie wir gehört haben, konnte es erst seit den 90er Jahren losgegangen. Deshalb ist es sehr erstaunlich, wie viel noch von dieser Identität da ist”, sagt Marike Hoop.

 

 

Neben Oppeln besuchte die dänische Gruppe im Vorfeld auch die deutsche Minderheit in Breslau und besichtigte u.a. Kreisau, Schweidnitz und machte einen Abstecher ins Riesengebirge.

 

 

Rudolf Urban