Im November 1993 wurde in Miechowitz, in der Kapelle auf dem Friedhof, eine Tafel angebracht, die den Opfern der Oberschlesischen Tragödie gewidmet ist. Kurze Zeit später wurde die Tafel neben den Seitenaltar der Kirche des Heiligen Kreuzes in Miechowitz gehängt , wo sie sich bis heute befindet. Nun, 25 Jahre danach, wurden diejenigen Personen, die sich für die Entstehung und Anbringung der Erinnerungstafel engagiert haben, gewürdigt.

 

Die DFK-Mitglieder, die sich für das Aufhängen der Gedenktafel eingesetzt haben, wurden vom Verband deutscher Gesellschaften ausgezeichnet.
Foto: Manuela Leibig

 

Mit einer Messe in der Heiligen-Kreuz-Kirche wurde in Beuthen-Miechowitz der Opfer der Oberschlesischen Tragödie gedacht. Hunderte deutsche Bewohner von Miechowitz kamen im Januar 1945 ums Leben, die Nachfahren erinnern sich an die Ereignisse von vor 73 Jahren. Einer aus der Erlebnisgeneration ist Pfarrer Hubert Lupa, der die Heilige Messe zelebriert hat: „Ich war zu der Zeit neun Jahre alt, in Beuthen geschah damals viel Böses. In jeder Pfarrgemeinde wenigstens zehn Ermordete, in manchen sogar 30. In Miechowitz waren es wenigstens 350 Tote, manche sagen, dass es sogar 850 waren. Uns Kindern wollte man darüber nicht erzählen. Wir haben so etwas gehört, also wussten wir dass was Böses in der Luft schwebt“ erinnert sich der Pfarrer.

 

 

Erinnerung

 

Lange Zeit konnten die Familien der Opfer nicht über die Geschehnisse sprechen. Erst nach dem politischen Umbruch in Polen 1989/90, konnte das Thema langsam an die Öffentlichkeit dringen. Der DFK Miechowitz hat 1993 beschlossen eine Tafel zur Erinnerung an den Januar 1945 zu errichten, und sie auf dem Gelände der Kirche an geeigneter Stelle einzumauern. Inspiration dafür war u.a. das Buch von Josef Bonczol über den Januar 1945 in Beuthen. Für die Tafel mussten entsprechende Genehmigungen seitens der Kirche eingeholt werden. „Wir haben die Inschrift so formuliert, dass Pfarrer Johannes Frenzel als erster genannt wird. Er ist als Märtyrer gestorben, er hat einem 17-jährigem Jungen, der angeschossen war, die Krankensalbung gegeben. Später haben ihn noch Frauen um die Abnahme der Beichte gebeten, und da kam die russische Armee und nahm ihn mit, haben ihn bis zum Tod gefoltert“, sagt Stefan Wójcik, Vorsitzender des DFK Miechowitz.

 

 

Auszeichnung

Nach der Heiligen Messe für die Opfer der Oberschlesischen Tragödie wurden alle Anwesenden ins Pfarrhaus eingeladen. Dort wurden die DFK-Mitglieder, die sich für die Entstehung der Erinnerungstafel engagiert haben, vom Verband deutscher Gesellschaften ausgezeichnet. „In der heutigen Feier wollten wir die Personen auszeichnen, die vor 25 Jahren den Entschluss gefasst haben, an die Oberschlesische Tragödie mit der Tafel in deutscher und polnischer Sprache zu erinnern“ sagt Marcin Jaksik, Vorsitzender des SKGD-Kreises Beuthen. Das Treffen endete mit einem Vortrag über den Einmarsch der Roten Armee im Januar 1945.

 

 

Manuela Leibig