Eine neue Ausstellung im Museum der Moderne präsentiert unter anderem deutsche Adelsfamilien. Foto: Muzeum Nowoczesności.

Vergangene Woche berichteten wir über das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig, das der Regierung nicht national genug war. Nun hat die Kritik das „Museum der Moderne“ in Allenstein getroffen. Es sei „zu deutsch“ und müsse seine Politik grundlegend ändern, heißt es aus dem Stadtrat.

 

Die Leitung des Museums findet es kurios: Elżbieta Wirska vom Stadtrat in Alleinsein wandte sich an den Stadtpräsidenten, weil sie „sehr beunruhigt über die verstärkte Förderung der deutschen Identität in der Region“ sei. Grund dafür sei vor allem die Aktivität des Museums der Moderne (Muzeum Nowoczesności). Was genau zeigt das Museum, dass es der Stadträtin ein Dorn im Auge ist? Nach Angaben des Museumsleiters Rafał Bętkowski konzentriert sich die ständige Ausstellung auf das 14. Jahrhundert, „in dem sich Allenstein und die ganze Region rapide entwickelt haben.“ Dabei sei es kein Geheimnis, dass sich die Region damals in den Staatsgrenzen von Preußen befand. Genau dies sei aber für die Allensteiner Politikerin ein Problem. Nicht nur stellt sie die Kompetenzen des Direktors in Frage, sondern kritisiert, wieso man in einer polnischen Stadt „so stark die Geschichte aus Bismarckzeiten präsentiert.“ Die Antwort des Museumsvorstandes ließ nicht lange auf sich warten. Er stellte sich hinter den Museumsdirektor und zeigte sich „verwundert“ über die Anmerkungen von Wirska. Die Museumsleitung widersetzt sich der Kritik und verteidigt das Konzept des Museums, zu dem die deutsche Vergangenheit des heutigen Nordpolens gehört. Die Geschichte von Allenstein sei mit der Geschichte Deutschlands „untrennbar verbunden“, so das Museum. „Die Aussage von Frau Wirska stärkt uns noch in unseren Erkenntnissen. Sie zeigt, dass unsere Tätigkeit, die an die Geschichte von Allenstein erinnern soll, gebraucht wird und wichtig ist“, so die Vorstandsmitglieder. Der Museumsleiter selber will auf Nachfrage die Angelegenheit nicht weiter kommentieren und lädt stattdessen in das Museum ein um, „sich selber davon ein Bild davon zu machen.“

 

Łukasz Biły