Der neue OMV-Budnesvorsitzende Egon Primas (2.v.l.) u.a. mit dem VdG-Chef Bernard Gaida (3.v.l.)
Foto: Stephan Rauhut/facebook.com

 

Auf der Bundesdelegiertentagung der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU/CSU (OMV) – Union der Vertriebenen und Flüchtlinge – im Berliner Konrad-Adenauer-Haus wurde am Wochenende der thüringische Landtagsabgeordnete und stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Egon Primas, zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Primas ist auch Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen in Thüringen sowie Mitglied des Präsidiums des Bundes der Vertriebenen.

 

 

Primas tritt damit die Nachfolge des ehemaligen langjährigen Bundestagsabgeordneten Helmut Sauer an, der dem OMV-Bundesvorstand seit 1975 ununterbrochen angehört und seit 1989 das Amt des Bundesvorsitzenden bekleidete. Dieser hatte bereits im Vorfeld angekündigt, für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen. In Anerkennung seiner Verdienste verabschiedeten die Delegierten Sauer mit stehenden Ovationen und wählten ihn mit großer Mehrheit zum Ehrenvorsitzenden der OMV.

 

Der neue Bundesvorsitzende legte großen Wert auf die fortwährende Aktualität der von der OMV vertretenen Anliegen. So gelte es etwa, das CDU-Wahlversprechen einzulösen und die Rentenungerechtigkeit bei Spätaussiedlern zu beseitigen. Aber auch menschenrechtliche, europa- und außenpolitische Themen wie die grenzüberschreitende Verständigung, die Vertriebenen-Kulturarbeit oder erinnerungspolitische Themen blieben zukünftig auf dem Programm.

 

Bei der Delegiertenversammlung ging es allerdings nicht nur um die Wahl des Vorstandes. Sope berieten die Delegierten u.a. über die von der FUEN ins Leben gerufene Minority-Safepack-Initiatve, deren Ziel es ist die Minderheitenrechte auf der EU-Ebene für alle Mitliedsländer zu regeln. Auch die deutsche Innenpolitik spielte bei der Jahrestagung eine Rolle, u.a. in der Rede der Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm (CSU), in der sie auch auf die aktuellsten politischen Entwicklungen einging und großen Teilen der Gesellschaft eine tiefe Sehnsucht nach Verlässlichkeit und einem sicheren Wertefundament attestierte. Mit einem Zitat von Franz Josef Strauß erklärte sie, das Vertrauen der Menschen müsse von der Politik immer wieder neu erarbeitet werden.

 

Ein besonderes Augenmerk hatten die Delegierten und Gäste der OMV auf Polen und die hier lebende deutsche Minderheit, denn der VdG-Vorstandsvorsitzender und zugleich AGDM-Sprecher Bernard Gaida hielt ein Impulsreferat zum Thema „Zwischen Muttersprache und Vaterland: Rolle der Deutschen in Polen in der Verständigungspolitik“. Darin sprach er nicht nur über die aktuelle Situation der Deutschen in Polen, sondern betonte auch die brückenbauende Rolle der deutschen Minderheit in der Nachkriegsgeschichte, in der die politische Verständigung erst nach der Versöhnung auf lokaler, menschlicher Ebene kam. Dabei deutete er auch auf die potenzielle Rolle, die die Gemeinschaft der Deutschen in Polen weiterhin erfüllen kann, wobei aber eine konkrete Bedingung erfüllt werden muss. “Wenn man also erwartet, dass jemand die Funktion des Brückenbauers übernimmt, müssen die Bauarbeiter unterstützt werden. Die deutsche, in der Region verankerte Identität, muss stark sein. Aufgrund einer schwachen Identität, kann eine Brücke zwischen den Nationen nicht gebaut werden“, sagte Bernard Gaida.

 

OMV/vdg.pl/ru