Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, December 8, 2022

Schaltjahr der Erinnerung

Foto: M. Leibig
Foto: M. Leibig

 

Zwei Jahre land setzen sich schon Studenten aus drei Ländern mit der nationalen Geschichte des Jahres 1968 auseinander, arbeiteten in Archiven und machten Interviews mit Zeitzeugen, um das erlangte Wissen zu präsentieren.

 

In Oppeln trafen sich Studenten aus Polen, Tschechien und Deutschland, die an dem Projekt „1968 – Schaltjahr der Erinnerung“ arbeiten. Die Gruppe trifft sich jedes halbe Jahr für drei Tage in einem anderem Land, um die ausgearbeiteten Ergebnisse zu den Ereignissen im Jahr 1968 im jeweiligem Land zu präsentieren. Wochenlang sitzen sie in Archiven, denn zu erforschen gibt es viel: In Deutschland begann die Studentenrevolte, in der Tschechoslowakei wurde der „Prager Frühling“ abrupt beendet und in Polen kam es zu antisemitischen Ausschreitungen, Protesten von Studierenden und zur Beteiligung bei der militärischen Intervention in der Tschechoslowakei.

 

Gutes Team

 

Projektleiterin ist Bettina Alavi, Dozentin an der Universität in Heidelberg, doch die Arbeit macht sie nicht allein. In Polen wirkt Małgorzata Świder aus dem Geschichtsinstitut der Universität Oppeln mit und aus Tschechien Gabriela Cingelova von der Pädagogischen Fakultät der Palacký-Universität Olmütz. „Wir sind ein gutes Team, und ich habe Glück, denn die beiden anderen sprechen Deutsch und wir haben die Anträge für das Projekt gemeinsam auf Deutsch geschrieben“ sagt Allavi. Małgorzata Świder freut sich, dass die Studenten langzeitig wissenschaftlich arbeiten: „Unsere Studenten gehen da sehr ernst ran, die Sprache bei den Treffen ist meistens Deutsch, was die Studenten zusätzlich zum Sprachlernen mobilisiert.“

 

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Wiedersehen im April

 

Damit die ausgearbeiteten Ergebnisse der Teilnehmer nicht in einem Ordner zugeklappt werden, werden sie im Internet publiziert. „Wir erstellen das ganze zusammen mit einem Wiki, dass ist dann unser eigenes Wiki, also wie die große Wikipedia, bloß klein, und dazu gibt es noch einen Youtube Kanal, wo wir Interviews von Zeitzeugen haben“ – sagt Johannes Wegenkittl von der Universität Heidelberg. „Die Interviews gibt es mit den entsprechenden Untertiteln in den Sprachen der beteiligten Länder und natürlich auch auf Englisch, damit möglichst viele Leute Zugang finden“ – so der Geschichtsstudent.

 

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Ein weiteres Treffen im Rahmen des Projekts findet im April in Heidelberg statt. Was die Studenten in den letzten zwei Jahren erarbeitet haben ist auf der Internetseite http://wikis.zum.de/1968/Hauptseite nachzulesen. Die Interviews zum Jahr 1968 sind auf Youtube zu finden beim eingeben von „Uni Heidelberg 1968“.

 

Manuela Leibig/adur

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