Der 1899 erbaute Aussichtsturm wurde von den Mitgliedern des Mährisch-Schlesischen Sudetengebirgsvereins (MSSGV) finanziert.
Foto: Łukasz Malkusz

Die Penzion Rejviz wurde 1795 von der Familie Brauner gegründet und ist für eine Sammlung von Holzstühlen mit in die Lehnen geschnitzte Gesichter von Stammgästen berühmt.
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter den Mitgliedern der deutschen Minderheit in Polen ist auf jeden Fall die Bischoffskoppe der bekannteste Gipfel des Oppagebirges. Viele werden sie auch als den höchsten Gipfel dieser kleinen Bergkette bezeichnen, dieser Titel gehört jedoch dem Querberg. Höher ist aber auch die über Freiwaldau (Jesenik) gelegene Goldkoppe.

 

Unsere Wanderung beginnen wir diesmal im Ort Reihwiesen (Rejviz). Dieses wunderschöne Dorf liegt an der Straße von Freiwaldau nach Zuckmantel (Zlate Hory) und verbirgt fast zwei Jahrhunderte deutscher Geschichte. Im Sommer ist die schmale Asphaltsraβe, die Steil ins Dorf führt, problemlos befahrbar, im Winter sollte man aber sehr vorsichtig sein, oft sind Radketten ein absolutes Muss.

 

Die Braunerer

Parkplätze gibt es hier genug, gleich zwei davon im Ortszentrum, neben dem Gasthaus „Penzion Rejviz“. Dieses wurde 1795 von der Familie Brauner gegründet und ist für eine Sammlung von Holzstühlen mit in die Lehnen geschnitzten Gesichtern von Stammgästen berühmt. Die Braunerer waren, wie fast alle Vorkriegseinwohner des Dorfes, Sudetendeutsche. Das eigentliche Dorf ist nicht viel älter – das erste Gebäude stammte aus dem Jahr 1768. Reihwiesen liegt auf zirka 750 bis 800 Metern und ist damit der am höchsten gelegene Ort Oberschlesiens.

Von Reihwiesen führt die rote Wanderroute auf die Goldkoppe. Der Weg ist nicht besonders mühsam, denn insgesamt liegt der Gipfel keine 100 Meter höher als das Dorf. Es sind aber einige Kilometer Wegstrecke, deshalb sollte man schon eine gewisse Grundkondition haben. Im ganzen ist es aber ein ziemlich entspannender Spaziergang durch den Wald. Die Höhepunkte sind dabei die interessante Felsenformation Chlapecky kameny, die man nach rund einer halben Stunde erreicht, und Ausblicke auf das Altvatergebirge, das man von Zeit zu Zeit links sieht.

Der Aussichtsturm

Nach eineinhalb Stunden ist man dann auf dem Gipfel der Goldkoppe angelangt, und man sieht hier, 890 Meter hoch, gar nichts. Die Bergspitze ist mit Wald bewachsen und jede Spur des Aussichtsturms fehlt. Man muss sich jetzt noch mit etwa Geduld wappnen und einige hundert Meter weiter gehen. Dort findet man die imposante Freiwaldauwarte. Wieso steht diese nicht auf dem Gipfel? Nun, der 1899 erbaute Aussichtsturm wurde von den Mitgliedern des Mährisch-Schlesischen Sudetengebirgsvereins (MSSGV) finanziert. Diese haben zuerst Geld für den Kauf eines Grundstücks gesammelt. Der Eigentümer des Gipfels, das Erzbistum Breslau, wollte diesen aber für diese Summe nicht verkaufen. Darauf erwarb der Verein ein etwas niedriger gelegenes Grundstück und erbaute da den Turm.

Heute ist die Freiwaldauwarte ein ausgezeichneter Ausblickspunkt. Von hier kann man ein weites Panorama des Altvatergebirges, des Oppagebirges und des Reichensteiner Gebirges betrachten, man kann auch weit nach Polen hineinblicken. Neben dem Turm stand von 1902 bis 1955 eine Berghütte, die aber vor über 60 Jahren abgebrannt ist. Von der Goldkoppe kann man der roten Wanderroute zurück nach Reihwiesen folgen. Wir empfehlen aber einen viel interessanteren Rückweg, über den Sie in zwei Woche informiert werden.

Łukasz Malkusz