Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, December 3, 2021

Die Federn fliegen (+Video)

Im Sommer 2021 organisiert die SKGD zum 8. Mal das Projekt „Märchennacht mit den schönsten Geschichten der Gebrüder Grimm“. Insgesamt werden 375 Kinder an dem Projekt teilnehmen. Die Märchennächte werden – nach einem Jahr Pause – in 25 DFKs in der ganzen Woiwodschaft Oppeln stattfinden. Wir waren bei dem magischen Abend im DFK Dembio dabei.

Zuerst muss sich die Gruppe kennenlernen, denn zur Märchennacht kommen Kinder aus verschiedenen Jahrgängen und Ortschaften der Gemeinde. „Der Lehrer soll gleich am Anfang die Kinder integrieren und dabei schon das Thema des Märchens einführen. Heute haben wir das Märchen ‚Drei Federn‘, also dürfen schon am Anfang die Federn fliegen“, sagt Wioletta Skowronek, Koordinatorin der Märchennächte seitens der SKGD.

Nicht nur der Lehrer ist in die Märchennacht engagiert. Der DFK lädt auch einen Gast ein, der das Märchen in deutscher Sprache vorliest. Im DFK Dembio war es Maria Kwiecińska. „Als ich die Einladung erhielt, war ich sofort einverstanden. Denn wenn die Kinder ein Märchen im Fernsehen anschauen, dann ist das eher oberflächlich, die Bilder übernehmen die meiste Arbeit. Beim Vorlesen müssen die Kinder sich sehr aufs Zuhören konzentrieren, um das Märchen zu verstehen“, so Maria Kwiecińska.

Die Märchennächte erfreuen sich bei den DFKs einer großen Beliebtheit.
Foto: Manuela Leibig

Mehrwert für den DFK

Das Projekt erfreut sich unter den DFKs großer Beliebtheit. „Im Jahr 2014 waren das 10 erste Ortschaften und dann haben wir festgestellt: das reicht nicht, denn alle wollten dabei sein. Letztendlich waren es in den nächsten Jahren schon 25 Ortschaften. Und das ist immer noch zu wenig. Aber mehr kann man nicht schaffen, in so einer kurzen Zeit“, erklärt Wioletta Skowronek. Für gewöhnlich treffen sich die Kinder, die an der Märchennacht teilnehmen, im Sitz des DFKs. Jede Märchennacht wird nach einem Skript realisiert. „Wir haben versucht, das Skript so bunt wie möglich zu gestalten. Denn die Eltern fragen danach die Kinder: ‚Was hast Du im DFK gemacht’”? so die Koordinatorin der Märchennächte. Solche Angebote bringen auch manche Eltern zurück in den DFK, bestätigt die Koordinatorin der Märchennächte: „Ich habe oft gehört, wie die DFK- Vorsitzenden gesagt haben, dass sie nach dem Projekt ganz viele junge Familien für den DFK gewonnen haben.“

2020
Umso trauriger war das Jahr 2020, da wegen der Pandemie-Beschränkenden kaum ein Projekt im DFK realisiert werden konnte: „Wir sind die ganze Zeit für die Menschen da und machen alles mit den Menschen. Ich konnte mir dieses Projekt ohne Kinder nicht vorstellen, aber ich musste es tun“, erklärt Wioletta Skowronek. Sowohl das Märchen „Frau Holle“ als auch „Drei Federn“ wurden verfilmt und sind auf dem Youtube Canal der SKGD zugänglich. Zusätzlich wurden sie als Buch herausgegeben. Die Märchen wurden auch didaktisch bearbeitet, sodass Eltern oder Großeltern eine Märchennacht bei sich zu Hause machen können.

Alle Sinne angesprochen
Doch zum Glück hat es dieses Jahr geklappt und die Märchennächte können wie gewohnt stattfinden. Bei der Märchennacht werden alle Sinne der Teilnehmer angesprochen. Auf die Kinder wartet beispielsweise ein 7 Meter langes Ausmalbild, das aber nicht beliebig ausgemalt werden kann. Der Lehrer sagt, welche Farben benutzt und welche Elemente ausgemalt werden sollen. Das fördert den Spracherwerb. Als es schon dunkel ist, besuchen die Märchennacht zwei magische Gäste. Sie sind der Märchenwelt entsprungen und machen mit den Kindern Bewegungsspiele. Nun heißt es austoben. Nach der Bewegung ist es Zeit für Ruhe. Die Kinder schauen sich das verfilmte Märchen an, um es noch besser zu verstehen. „Ich habe ein Lieblingsmärchen, aber das hier hat mir auch gefallen. Es lehrt uns, nett zu anderen Menschen zu sein“, so Emilia.
Der krönende Abschluss war dieses Mal schleimig, wie die Kröte, die im Märchen eine sehr wichtige Rolle spielt. Die ganze Gruppe stellte einen eigenen Bastelschleim her, von dem jeder etwas mit nach Hause genommen hat.

Manuela Leibig

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