Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wednesday, December 1, 2021

„Wir blicken auf eine gute Zeit zurück“

Die Wohltätigkeitsgesellschaft der Deutschen in Schlesien feiert 25 Jahre. Vor kurzem trafen sich die Mitglieder der Organisation zur traditionellen Jahresversammlung in Groß Stein. Das Jubiläum und die Menschen, die sich ein viertel Jahrhundert für die caritative Arbeit in der deutschen Minderheit engagiert haben, wurden dabei aber nicht vergessen.


Menschen zu helfen, das war immer die wichtigste Aufgabe der Wohltätigkeitsgesellschaft der Deutschen, meint die langjährige Vorsitzende Renate Zajączkowska. „Es ging immer darum, den Hilfsbedürftigen, die bei uns Hilfe suchen, zu helfen, ihnen entgegenzukommen. Und Hilfe sucht bei uns immer noch vor allem die Erlebnisgeneration, obwohl das immer weniger Menschen sind. Aber es kommen auch später Geborene, die sonst nirgendwo Hilfe erhalten“, sagt Renate Zajączkowska. Zu Beginn ihrer Tätigkeit standen der Organisation größere Mittel zur Verfügung. „Die ersten Jahre waren sehr gut, denn wir hatten über mehr Mittel verfügt, um zu helfen und mehr Menschen konnten bei uns Hilfe finden. Wir können also auf eine gute Zeit zurückblicken. Viele Menschen sind uns dankbar“, sagt Renate Zajączkowska.

 

Für ihr Engagement wurden am Samstag mehrere Mitglieder der Wohltätigkeitsgesellschaft ausgezeichnet. Von links: Renate Zajączkowska, Helga Baron, Barbara Kaczmarczyk, Józef Żymła, Józef Tomanek, Weronika Hrabowska, Leon Buczek, Helmut Paisdzior und Oswald Salla.
Foto: Agata Baron

Eine riesengroße Hilfe
Von Anfang an dabei ist die heutige Geschäftsführerin der Wohltätigkeitsgesellschaft der Deutschen in Schlesien, Agata Baron. „Unser Büro hat seine Arbeit 1997 aufgenommen. Damals hat die Arbeit natürlich ganz anders ausgesehen. Grund dafür war auch die Tatsache, dass wir 1997 in Schlesien die Flut hatten. Wir konnten damals bedeutende Unterstützung für die Bedürftigen leisten, auch sachliche Hilfe. Wir haben aus Deutschland viel sachliche Unterstützung bekommen, wir hatten viele Sponsoren, die Geld gespendet haben“, erinnert sich Agata Baron.

Zu Beginn hat die Wohltätigkeitsgesellschaft der Deutschen sogar Krankenhäuser in der Region mit medizinischer Ausstattung versorgt. „Aus heutiger Sicht war das eine riesengroße Hilfe, Ausstattung im Wert von 2 Millionen Mark“, sagt Agata Baron.

In den 25 Jahren, in denen die Wohltätigkeitsgesellschaft der Deutschen in Schlesien wirkt, wurde vielen Menschen geholfen. „Ich habe für die Jahresversammlung die Hilfe der letzten 25 Jahren zusammengerechnet und da war ich selbst verwundert, dass es tatsächlich über 31 Millionen Złoty waren, die wir an Bedürftige übermitteln konnten. In dieser Zeit haben wir über 50.000 Personen geholfen. Ich finde, das ist ein sehr gutes Ergebnis“, sagt Agata Baron. Natürlich hat sich im Laufe der Jahre die Art der Hilfeleistung geändert. Weiterhin ist es vor allem aber die finanzielle Unterstützung. „Wir unterstützen Personen, die unter dem Sozialminimum leben, wir geben Geld für Medikamente. Wir veranstalten aber auch Kuraufenthalte für Senioren der sog. Erlebnisgeneration“, fasst Agata Baron zusammen.

Dankbar für jede Unterstützung
Die Unterstützung der Wohltätigkeitsgesellschaft wird weiterhin gebraucht. „Ich würde sogar sagen, heute noch mehr. Denn die Pandemie hat die Situation vieler Menschen weiter verschlechtert. Unsere Senioren werden immer älter, sie brauchen spezielle medizinische Versorgung“, sagt Agata Baron. Viele sind für jede Art von Hilfe dankbar. „Manche rufen sogar persönlich an, um sich zu bedanken. Sie sagen Bescheid, wie ihnen geholfen wurde und wie zufrieden sie sind. Das ist eine große Genugtuung auch für mich persönlich als Vorsitzende“, sagt Renate Zajączkowska.

Anna Durecka

 

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