Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, February 9, 2023

Hoffnung für Kirchenburgen

Eine Kirchenburg in Tartlau, Siebenbürgen Foto: Marion Schneider/Wikimedia Commons..

Das Problem des Verfalls von deutschen Schlössern und Palästen ist der Deutschen Minderheit in Polen bestens bekannt. Selbst nur der Erhalt kostet Unmengen von Aufwand und Geld, von einer Renovierung ganz zu schweigen. In Rumänien nimmt sich eine spezielle Stiftung der Angelegenheit an.

 

Die „Stiftung Kirchenburgen“ wird ihrem Namen gerecht. In Rumänien befasst sie sich mit den noch 165 verbliebenen deutschen Bauten, die architektonische Merkmale sowohl einer Kirche, wie auch einer militärischen Burg tragen. Neben einem zentralen religiösen Gebäude hat eine Kirchenburg auch hohe Mauern, die längeren Belagerungen standhalten sollten. Gebaut wurden sie schon im frühen Mittelalter, meistens in den christianisierten Gebieten, in denen die Gefahr bestand, dass sich die Bevölkerung gegen die christliche Bekehrung  notfalls auch mit Gewalt wehren könnte.

 

Auch in Rumänien haben deutsche Siedler einige bemerkenswerte Bauten dieser Art errichtet. Immer mehr droht ihnen aber der vollkommene Verfall. Seit der Wende 1989 und der massiven Emigration der deutschen Bevölkerung Rumäniens, stehen die meisten Kirchenburgen leer und ohne Pflege dar. Dem Staat fehlen zunehmend die Mittel, aber oft auch die Akzeptanz der Mehrheitsbevölkerung, um entsprechende Rettungsmaßnahmen in die Wege zu leiten.

 

Die Lösung dieses Problems scheint man 2015 gefunden zu haben. Damals wurde nämlich die „Stiftung Kirchenburgen“ gegründet. Durch Spendensammlungen und Partnerschaftsaufnahmen soll die Institution Mittel für den Erhalt der Kirchenburgen sammeln und dann entsprechend einsetzten. Pate der Initiative ist dabei die hohe Politik. Schirmherrschaften haben ad hoc der damalige Bundespräsident Joachim Gauck sowie der Staatspräsident Rumäniens Klaus Johannis übernommen.

 

Wie die Mitarbeiter der Stiftungen zugeben, ist der Bedarf, die Kirchenburgen zu retten, riesig. Einige Gebäude, wie die Burg in Belleschdorf, seien bereits eingestürzt, weshalb rasches Handeln erforderlich ist, damit es in einiger Zeit überhaupt noch etwas zu retten gibt. Doch in diesem Meer von Bedarf gibt es auch Hoffnung, denn dank der Tatkräftigen Arbeit der  Stiftungsmitglieder sind bereits erste Erfolge zu verzeichnen: „In diesem Jahr sind es zehn Kirchenburgen, an denen konkrete Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt werden, im nächsten Jahr wieder an fünf bis zehn, so dass in fünf Jahren vielleicht fast ein Drittel der noch existierenden Kirchenburgen gesichert ist“, so die Mitarbeiterin der Stiftung Ruth István. Solche Erfolge machen vor allem Spenden eines Fördervereins aus Deutschland möglich sowie steigendes Interesse von Institutionen aus Rumänien. Ihren Sitz hat die Stiftung in Hermannstadt (Sibiu).

 

Łukasz Biły

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