Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, February 7, 2023

Unglückliches Adelsgeschlecht

Das Schloss im niederschlesischen Gleinig gehörte viele Jahre der Familie von Zobeltitz. Die von Zobeltitz hatten nicht nur Pech in der Liebe, sondern generell Pech im Leben. So ist auch die Geschichte des Schlosses in Gleinig geprägt von Unglück und Tragödien.

Gebaut wurde das Schloss in Gleinig (Landkreis Guhrau, Góra) eigentlich für die Familie von Stosch. Noch 1830 werden sie als die Besitzer von Gleinig aufgeführt. Erbin der Güter wurde um das Jahr 1840 Maria von Stein-Kochberg, die Enkelin des letzten von Stosch auf Gleinig. Ihr Ehemann war Carl Theodor von Zobeltitz und auf diese Weise kam das Schloss letzten Endes in den Besitz der Familie von Zobeltitz. Der erste „richtige“ von Zobelwitz auf Schloss Gleinig war der Sohn des Paares, Otto von Zobeltitz. Er heiratete spät die 20 Jahre jüngere Elisabeth von Sommerfeld. Otto verstarb bereits acht Jahre nach der Heirat.

Trotz mehrere Renovierungsversuche in den letzten Jahrzehnten verfiel das Schloss nach und nach.
Janusz Stor/Wikipedia

Die junge Witwe blieb mit drei Söhnen alleine. Einige Jahre später heiratete Elisabeth einen weiteren von Zobeltitz. Fedor war ein entfernter Cousin ihres verstorbenen Ehemannes. Auch diese Ehe wurde durch den Tod des Ehegatten beendet. Elisabeths ältester Sohn, der Erbe auf Schloss Gleinig, starb bereits im Alter von 40 Jahren. Zuvor hatte er Erna von Lekow geheiratet. Wieder verblieb eine Witwe mit jungem Sohn auf dem Schloss. 1925 heiratete Erna Ernst Wilhelm Georg von Heydebrand und der Lasa. Doch bereits ein Jahr später beginn Erna angeblich Selbstmord. Von Heydebrand und der Lasa trauerte nicht allzu lange und verheiratete sich bereits zwei Jahre später erneut. Schloss Gleinig erbte der einzige Sohn von Walther und Erna: Friedrich. Das Schloss blieb in seinem Besitz mindestens noch bis zum Jahr 1937.

Die Gräber der alten Besitzer des Schlosses Gleinig sind noch auf dem kleinen Friedhof nahe der Sankt Martin-Pfarrkirche zu finden.
Foto: Janusz Stor/Wikipedia

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Gleinig Besitz des polnischen Staates. Trotz mehrere Renovierungsversuche in den letzten Jahrzehnten, verfiel das Schloss nach und nach. Heute ist es eine Ruine, die kaum zu retten ist. Das Gebäude ist verwachsen und teilweile ist es schon eingestürzt. Die Gräber der alten Besitzer des Schlosses Gleinig sind noch auf dem kleinen Friedhof nahe der Sankt Martin-Pfarrkirche zu finden.

Anna Durecka

 

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