Viele Institutionen der deutschen Minderheit einschließlich der DFKs bemängeln, dass die Jugendlichen sich nicht engagieren wollen. Mit dem Schulungsprojekt ELOm soll sich der Sachverhalt nun ändern. Jugendliche sollen künftig bei der Organisation kräftig mit anpacken, doch das will erstmals gelernt werden.

 

Die Jugendlichen lernen, wie man ein Projekt auf die Beine stellt, vom Antrag bis zur Abrechnung.
Foto: Manuela Leibig

 

Das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit (HDPZ) und der Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM) organisieren die Schulung ELOm (Elementarz Lidera Organizacji Mniejszości) bereits zum zweiten Mal. Es ist eine Reihe von Fortbildungen für 16 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren, die vor allem lernen, wie man ein Projekt auf die Beine stellt, angefangen vom Projektantrag bis zur Abrechnung. „Bei unseren Schulungen lernen die Teilnehmer solche Kompetenzen, die ihnen helfen, Erfolge im Privatleben, aber auch im Berufsleben zu haben. Also gelernt wird wie kommuniziere ich, wie arbeite ich in einer Gruppe, wie leite ich eine Gruppe und vieles mehr“, beteuert Jakub Turański, einer der Leiter der Schulung.

 

Eigenes Projekt

Eine ähnliche Schulung für Gruppenleiter organisierte regulär bereits der BJDM, doch ELOm hat verschiedene neue Aspekte. Nach dem Kräftebündnis mit dem HDPZ sieht die neue Gruppenleiterschulung vor, dass die Teilnehmer, geteilt in kleine Gruppen, selber ein Projekt organisieren. Für jedes von den „Mini-Projekten“ sehen die Organisatoren ein Budget von 500 Zloty vor. „Wir arbeiten über mehrere Monate, um die Projekte zu organisieren. Als Leiter helfen wir natürlich gerne, wenn uns Probleme gemeldet werden, doch es ist nicht so, dass wir einen Teil der Arbeit für die Teilnehmer organisieren“, erklärt Jakub Turański. Wiktoria Świerc nimmt an vielen Deutschwettbewerben teil, nun hat sie Lust bekommen etwas selbst zu organisieren: „Ich wollte für meine Heimat mal etwas machen, und mich auch künftig stärker engagieren. Ich habe schon gelernt, wie eine Gruppe zu integrieren ist”, sagt die Lyzeastin aus Czarnowanz (Czarnowąsy) am vierten Tag der Schulung.

 

 

Kein Ponyhof

Jeder Teilnehmer bekommt am Ende der Schulung, wenn die Projekte schon abgeschlossen sind, eine Lizenz in Form eines Ausweises und ein Zertifikat, welches die neuen Kompetenzen der Absolventen bezeugt. Und das nicht nur regional, sondern sie werden vom Bildungsministerium anerkannt. Doch dieses Projekt ist kein Ponyhof, allein einzig die Teilnahme reicht nicht für dieses Zertifikat. „Wir schauen wie die Jugendlichen arbeiten, wie sie sich engagieren während der Schulung und bei ihrem „Mini-Projekt“. Dann stellen wir fest, ob jemand das Zertifikat verdient hat oder nur teilgenommen hat. Bei der ersten Schulung bekamen drei Personen ein Zertifikat mit Auszeichnung und zwei Absolventen bekamen nur ein Zertifikat für die Teilnahme“, erklärt Magdalena Prochota, die für das Projekt vom HDPZ aus verantwortlich ist.

 

 

Manuela Leibig