Beim neujahrsempfang gab es Platz für Gespräche. Hier zwischen der BJDM-Vorsitzenden Katrin Koschny, der Bürgermeister von Landsberg Artur Tomala, SKGD-Chef Rafał Bartek und der ifa-Kulturmanager beim BJDM Dominik Duda.
Foto: Rudolf Urban

Das Jahr 2018 steht für die Oppelner Organisation der deutschen Minderheit ganz im Zeichen der Selbstverwaltungswahlen, die in diesem Jahr versprechen aufreibend zu sein, da aktuell die neue Wahlordnung noch nicht beschlossen wurde. Aber auch im Bereich Kultur stellt sich die SKGD auf ein aktives Jahr ein.

 

 

 

Die Deutsche Minderheit nimmt seit der politischen Wende als Wählerwahlkomitee an den Wahlen zu den Selbstverwaltungen und zum Parlament teil. Und obwohl es jedes mal eine Herausforderung ist, wie der Vorsitzende der SKGD Raf Bartek sagt, wird diese im Jahr 2018 gleich aus zwei Gründen noch größer. Zum einen steige der Streit in der öffentlichen Debatte stetig an, sodass die Gefahr groß sei, in den Schlagabtausch hineingezogen zu werden. “Wir müssen also auf die Atmosphäre der Diskussion achten, diese aber auch nicht meiden, sondern versuchen, anders zu diskutieren und sich dabei vor allem auf die Menschen und ihre Bedürfnisse zu konzentrieren”, sagt Rafał Bartek.

 

Keine Planungsmöglichkeit

Zum anderen kann die Deutsche Minderheit sich aber auf der Woiwodschafts- und Kreisebene auf keine konkreten Wahlkreise berufen, denn diese werden nicht wie bisher von den Selbstverwaltungen gezeichnet, sondern von eigens berufenen Kommissaren (Mehr dazu auf S. 5). “Wir können also nicht wirklich planen, sondern zunächst allgemein Kandidaten suchen und natürlich ein Wahlprogramm erstellen. Doch wir können nicht wirklich ins Detail gehen und uns wie gewohnt auf die Wahlen vorbereiten”, meint Raf Bartek.

 

Schwierig wird es nach Meinung des SKGD-Vorsitzenden auch durch die wieder aufkommenden antideutschen Ressentiments im öffentlichen Diskurs in Polen, die wohl im Wahlkampf selbst noch an Intensität zunehmen werden. Darauf müsse man sich gut vorbereiten und der Hasssprache entgegenwirken, um so zu versuchen, auch eine andere Sichtweise den Menschen vor Augen zu führen.

 

Auch für die Basis der Deutschen Minderheit stehen die Wahlen in diesem Jahr an erster Stelle, was beim Neujahrsempfang deutlich wurde. So bekundeten u.a. Rosemarie Kerner aus Kandrzin-Cosel und Klaus Leschik aus der Gemeinde Malapane, die Wahlen wären für sie eine der Hauptaufgaben, wenn auch natürlich nicht die einzige.

 

Kultur und Geschichte

“Denn wir wollen 2018 weiter aktiv für unserer deutsch-polnischen Schule in Cosel-Rogau da sein und vor allem den neuen Sportplatz zu Ende bauen”, sagt Rosemarie Kerner. Und Klaus Leschik setzt u.a. durch das Projekt Begegnungsstättenarbeit vor allem auf Kultur und Geschichte: “Wir werden also bestimmt dieses Jahr u.a. nach Niederschlesien fahren, um das dortige deutsche Kulturerbe kennenzulernen. Außerdem setzen wir auf bewährte Projekte, die bei uns seit jahren laufen”.

 

Diese bewährten Projekte sind auch für den Bezirksvorstand der SKGD ein wichtiges Mittel die Ortsgruppen für eine aktive Arbeit zu begeistern, gleichzeitig wolle man überdenken, wie vor allem die junge Generation begeistert werden kann. “Dabei werden wir also solche Projekte wie die Miro Deutsche Fußballschule oder die Samstagskurse für Kinder weiter vorantreiben, wollen aber auch bei der Identitätsarbeit einen weiteren Schritt in Richtung eigenes Dokumentationszentrum machen”, sagt Rafał Bartek. Dieses soll dabei keineswegs nur die Geschichte der Deutschen in Polen dokumentieren, sondern auch für die folgenden Generationen erlebbar machen.

 

Wichtige Eckdaten

Neben der “normalen” Kulturarbeit und der politischen Tätigkeit sind für die Oppelner Deutsche Minderheit zwei weitere Anliegen von Bedeutung. “Wir werden uns natürlich wie in den letzten Jahren am Kulturfestival in Breslau beteiligen, bei dem auch immer viele unserer Kulturgruppen aus der Oppelner Region auftreten. Dazu lade ich schon heute unsere Mitglieder ein, sich den 22. September vorzumerken”, sagt Rafał Bartek. Und auch die Unterstützungsaktion für das Minority-Safepack (das Wochenblatt berichtete darüber ausführlich in der letzten Ausgabe) steht bei der Oppelner SKGD ganz oben auf der To-Do-Liste.

 

Mitglieder und Unterstützer der Oppelner SKGD dürfen sich aber auch auf eine Reihe von Vorträgen, Konzerten, Wettbewerben und Ausflügen freuen, die wie in den letzten Jahren organisiert werden. Und im Herbst stehen dann als Höhepunkt die Deutschen Kulturtage auf dem Programm der Deutschen Minderheit.

Rudolf Urban