Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, November 29, 2021

Weniger Kandidaten, gute Qualität

Schon zum 12. Mal fand in Osterode im großen Saal in der dortigen Burg der Wettbewerb des deutschen Liedes statt. Schüler verschiedener Altersgruppen und Vertreter der Deutschen Minderheit zeigten am 25. Mai ihr Können beim Singen in deutscher Sprache. 

 

Gruppenphoto der Teilnehmer, in der Mitte Anna Zapaśnik-Baron vom Kulturzentrum Osterode, seit Anfang Ko-Organisatorin des Wettbewerbs Foto: Uwe Hahnkamp

 

Fast ausschließlich erste Plätze gab es beim 12. Wettbewerb des deutschen Liedes in Osterode (Ostróda), der aus Projektgeldern des polnischen Innenministeriums und des deutschen Generalkonsulat in Danzig finanziert wurde. Das lag an der Teilnehmerzahl, die mit etwa 80 Personen geringer war als im vergangenen Jahr, aber auch an der gleichmäßigen Qualität der Präsentationen. Organisator Henryk Hoch, der Vorsitzende der Gesellschaft der deutschen Minderheit „Tannen“ in Osterode, hatte auf mehr Kandidaten gehofft: „Einige Schulen, die in den letzten Jahren stets dabei waren, haben diesmal niemanden geschickt. Auch unsere Freunde aus Marienwerder, die sonst mit einer großen Gruppe kamen, haben es leider nicht geschafft.“

 

 

Stilistisch breit gefächert…

Gemeinsam mit der Vizevorsitzenden der „Tannen“ Ingrid Lipka und der Mitorganisatorin vom Kulturzentrum Osterode Anna Zapaśnik-Baron beurteilte er in der Jury des Wettbewerbs die einzelnen Künstler. Diese hatten eine breite Auswahl an Liedern vorbereitet. Bei den Solisten in der Altersklasse Grundschule begleitete sich Paulina Jamroży aus Kauernik (Kurzętnik) selbst auf der Gitarre, was im Wettbewerb selten vorkommt. Weronika Krzęzek aus Ortelsburg (Szczytno) präsentierte mit „Wir leben laut“ ebenso Bekanntes mit musikalischer Begleitung von der CD wie Martyna Sostek aus Schnellwalde (Boreczno) mit „Keine Grenzen“.

Schwer zu vergleichen waren die Gruppe der Grundschule in Wieps (Wipsowo) und die der Gymnasialschüler, die die Gesellschaft der deutschen Minderheit „Warmia“ in Heilsberg (Lidzbark Warmiński) repräsentierten. Hier mit „Im Laden“ und „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ Kinderlieder, dort mit „Ich will keine Schokolade“ von Trude Herr ein deutscher Bigband-Hit aus den 60er-Jahren. Damit betraten die Heilsberger Neuland, denn diese Zeit hatte bisher im Wettbewerb des deutschen Liedes noch niemand gewählt.

 

 

…in der Qualität eng beieinander

Die Jugendtanz- und Gesangsgruppe „Tannen“ von der deutschen Minderheit in Osterode präsentierte Bewährtes aus ihrem Repertoire. Auffallend war dabei mit Amelia Janulis eine neue junge Stimme bei „Ein bisschen Frieden“ von Nicole. Zum Abschluss trat Monika Krzęzek aus Ortelsburg auf, die den Gesangswettbewerb als Jugendliche bereits häufig gewonnen hat und inzwischen in der Kategorie Erwachsene singt.
Die Jury einigte sich nach kurzer Beratung darauf, fast nur erste Plätze zu vergeben. „Die Qualität war so gleichmäßig, dass wir keine besseren und schlechteren Platzierungen haben wollten“, erklärte Ingrid Lipka. „Bei der 13. Ausgabe im nächsten Jahr hoffen wir aber auf eine größere Konkurrenz durch mehr Teilnehmer“, ergänzte Henryk Hoch zum Abschluss.

 

Uwe Hahnkamp

 

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