Foto: D: Bassek

Ihre Leidenschaft ist Theater. Insgesamt zehn Theatergruppen nahmen dieses Jahr am Projekt „Jugendbox“ teil. Die Jugendlichen, die zwischen 12 und 16 Jahren alt sind, haben auf der Bühne nicht nur ihre Schauspieltalente gezeigt, sondern auch ihre Sprachkenntnisse unter Beweis gestellt. Alle Tricks waren erlaubt, Hauptsache in der deutscher Sprache.

 

„Bei der dritten Edition des Projekts sehen wir eine enorme Entwicklung bei denen, die schon das dritte Mal dabei sind. Die Theaterstücke waren so phantasievoll und unterschiedlich, dass wir richtig begeistert waren“, meinte Sebastian Gerstenberg, Koordinator des Projekts „Jugendbox“.

 

Am vergangenen Wochenende konnten in Oberglogau die besten sechs Theatergruppen bei dem diesjährigen Finale vor dem Publikum auftreten. Die Theateraufführungen waren sehr unterschiedlich – vom Schattentheater, Komödie bis zu schwierigen Themen, die zu einem Drama bearbeitet wurden. Der Veranstalter – der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen – und das Publikum sind von Jahr zu Jahr vom Können der jungen Schauspielern begeistert.

 

Deutsch anders

 

„Die Projekte, die uns zu Verfügung gestellt werden, sind allgemein sehr nützlich. Es sind Chancen für diejenigen, die etwas anderes machen wollen, die dann auch andere Ideen haben, die dann auch andere Interessen und Hobbys haben als nur am Computer  zu sitzen. Und das ist die Möglichkeit, die Schüler auf den richtigen Weg zu bringen. Das man auch anders Deutsch lernen kann, auf der Bühne steht und auftritt, in verschiedene Rollen wechseln kann – das ist toll für die Jugendlichen, weil sie das machen können, was sie mögen“, so Agata Makiola, Betreuerin der Gruppe aus dem DFK Walzen.

 

Bei dem Projekt Jugendbox war Walzen das zweite Mal dabei, doch diesmal mit einer anderen Schülergruppe. Insgesamt zwölf Jugendliche  haben ab Mai die ersten Schritte bei diesem Projekt gemacht. Alleine haben sie die Idee des Musicals entwickelt und die Rollen verteilt. Doch sie waren nicht nur für die Aufführung verantwortlich, sondern auch für das Erstellen der Szenarien, Vorbereitung des Bühnenbildes, Musik, Einladungen und Plakate. In Walzen haben sich die Jugendlichen auf das Märchen Aschenputtel konzentriert, aber in der Form eines Musicals. Schon bei der Generalprobe herrschte gute Laune, aber auch ein bisschen Lampenfieber. „Ich spiele die Stiefmutter. Ich spüre jetzt schon kein Lampenfieber, denn nach unserem ersten Auftritt war alles super und ich fühle mich wohl auf der Bühne“, sagt Aleksander Gawlica aus Walzen.

 

Nicht die Preise zählen

 

Die Jury hatte keine leichte Aufgabe die Besten auszuwählen. Den ersten Platz belegte die Gruppe aus dem DFK Oberglogau-Weingasse für ihre Aufführung unter dem Titel „Alt – älter – am jüngsten“. Den zweiten Platz errang die Gruppe aus Deschowitz für “Der kleine Prinz – Schattentheater” und der dritten Platz ging an  den DFK Oberglogau-Hinterndorf für „Im Rausch des Lebens“. Unter den Darstellern erhielten Aleksander Gawlica aus dem DFK Walzen und Karolina Dzierza aus dem DFK Oberglogau-Weingasse die Auszeichnungen für die besten Schauspieler.

 

„Für die Schüler ist der Preis vielleicht nicht das Wichtigste, sondern das was sie erlebt haben, das was sie künstlerisch gemacht haben, das was sie vorbereitet haben und die gewonnenen Erfahrungen, das ist das Wichtigste. Und das werden sie noch in zehn Jahren in Erinnerung behalten und das, was sie bekommen haben, die Preise werden vergessen“, meint Agata Makiola, Betreuerin der Gruppe aus dem DFK Walzen.

 

Der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen lädt schon für die nächste Edition der Jugendbox in nächsten Jahr ein.

 

Dominika Bassek