Mit Rafał Bartek, dem Vorsitzenden der Oppelner SKGD, sprach Krzysztof Świerc

Miroslav Klose Foto: Danilo Borges/Wikipedia

 

 

Wann begannen die Bemühungen um eine Ehrenbürgerschaft der Stadt Oppeln für Miroslav Klose und wer war hierbei der Ideengeber?

 

Ehrenbürgerschaft der Stadt Oppeln an Miroslav Klose wurde von der Deutschen Minderheit initiiert, genauer gesagt von unseren lokalen Strukturen in Oppeln, die im Jahr 2014 diese Idee vorgebracht haben, und zwar nachdem Miro Weltmeister geworden war. Allerdings fiel die Idee zunächst bei einer Abstimmung des alten Oppelner Stadtrates durch. Zum Glück kam das Thema später, nach den Wahlen, zurück. Und nachdem sich der neue Oppelner Stadtrat gebildet hatte, in dem der über eine Wahlliste der Deutschen Minderheit gewählte Marcin Gambiec saß, wurde die Angelegenheit dann schon aufmerksam begleitet.

 

 

 

Am Anfang sah es damit trotzdem nicht sonderlich gut aus.

 

Richtig. Eine Zeitlang hatte es ja sogar den Anschein, dass das Thema vorerst in der „städtischen Gefriertruhe” landen würde. Doch Ende Mai 2015 wurde es in einer Sitzung wieder aufgegriffen und unser Antrag auf Verleihung der Ehrenbürgerschaft für Miroslav Klose hatte dabei bei den allermeisten Ratsmitgliedern Erfolg.

 

 

 

Bevor es aber zu dieser glücklichen Entscheidung kam, hatten Sie als Initiatoren des Vorhabens zunächst nachgefragt, ob Miroslav Klose an dieser Auszeichnung überhaupt interessiert war.

 

Ja, und wir taten es damals über Miros Berater. Wie es heute unschwer zu erraten ist, war die Antwort positiv und lautete: selbstverständlich ja! Zwischendurch gab es dann allerdings auch einige Turbulenzen. Daraufhin traf ich mich in Deutschland persönlich mit dem Berater von Miro und wir haben dabei alles genau besprochen und uns schnell auf seinen Besuch in Oppeln am 28. Februar dieses Jahres geeinigt. Man kann also sagen: Ende gut, alles gut.

 

 

 

Ist es Ihnen durch das Treffen mit dem Berater gelungen, Miroslav Klose besser kennenzulernen und zu verstehen?

 

Ganz entschieden ja, und außerdem wurde mir klar, dass Miroslav Klose sehr gewissenhaft mit allen seinen Verpflichtungen umgeht. Wenn er um etwas gebeten wird und sich zu irgendwelchen Abmachungen verpflichtet, dann haben diese bei ihm absolute Priorität, so dass ihm nun wirklich nicht viel Zeit für anderes bleibt. Dabei ist es auch kein Geheimnis, dass Miro nicht zu denjenigen Menschen gehört, die gern in dem Medien brillieren und uns mit News aus seinem Privatleben zu überschütten. Ebenso wenig ist er geneigt, seine Standpunkte zu verschiedenen Themen oder Geschehnissen anderen aufzuzwingen. Er hat sich eben schon immer auf seine Arbeit konzentriert und auf seine hingebungsvolle Zusammenarbeit mit Teams, mit denen er als Fußballer zu tun hatte. Gleiches gilt jetzt für seine Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund. Mit ebendieser Grundhaltung konnte er Millionen Fans weltweit für sich gewinnen, was wiederum auch teilweise erklärt, weshalb wir relativ lange auf sein Eintreffen in Oppeln warten mussten.

 

 

 

Ich weiß, dass es Ihnen an diesem Besuch sehr gelegen war, und zwar nicht nur, damit Miroslav Klose  seine Ehrenbürgerschaft entgegennehmen kann.

 

Ja, es stimmt, dass es nie meine Absicht war, dass Miroslav Klose ausschließlich wegen der Ehrenbürgerschaft nach Oppeln kommt. Es war mir nämlich auch ein sehr wichtiges Anliegen, dass er einmal unsere Miro Deutschen Fußballschulen besucht! Die Idee dazu entstand parallel zur Idee der Ehrenbürgerschaft.

 

 

 

Er konnte jedoch lange nicht nach Oppeln und Chronstau kommen…

 

Wie gesagt, er konnte nicht kommen, weil ihn sehr zeitintensive Beschäftigungen völlig in Anspruch nahmen, u.a. als Spieler bei Lazio Rom und dann wurde er für den DFB tätig. Bemerkenswert ist aber, dass Miroslav Klose zur Eröffnung unserer ersten Miro-Fußballschule am 7. Februar 2015 in Chronstau uns sein Weltmeistertrikot schickte mit den vier Sternen (Deutschland WM-Titel der Jahre 1954, 1974, 1990 und 2014) und dazu Karten mit seinem Bild und seinen Autogrammen für alle Kinder! Dies zeigt, dass er über die Initiative gut informiert war. Es sei noch hinzugefügt, dass wir uns zur Frage der Benennung unserer Fußballschulen nach Miroslav Klose ihn selbst und seine Eltern kontaktiert hatten.

 

 

 

Wir freuen uns nun alle auf diesen Besuch und wohl ganz besonders die Kinder von der Miro Deutschen Fußballschule!

 

Auch mich erreichen täglich solche Stimmen. Wie ich gehört habe, bereiten sich die Kinder schon auf diese Begegnung vor und die Trainer und Koordinatoren sind dabei, die Anfahrt nach Chronstau zu dem Treffen zu organisieren. Uns freut die Ankunft dieses herausragenden Gastes natürlich ebenfalls ganz gewaltig und wir bereiten und daher auch mit Volldampf auf diese Feier vor.