Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wednesday, December 7, 2022

Ein Koffer in Berlin für viele unterschiedliche Menschen

Eine Integration zwischen den Nationalitäten und zwischen den Generationen hatte sich die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) für den diesjährigen Tag der Minderheiten am 4. Juni im Kosakendorf „Ataman“ in Allenstein-Göttkendorf (Olsztyn-Gutkowo) vorgenommen. Außerdem wollte sie die Kultur der jeweiligen nationalen und ethnischen Minderheiten präsentieren sowie mit einem Kuchenbasar Geld für Bedürftige aus der Ukraine sammeln. Das alles ist ihr gelungen.

„Wir haben heute unsere erste Veranstaltung als neuer Vorstand der AGDM. Das Wetter spielt mit, es sind viele Menschen gekommen, es gibt gute Musik – es läuft“, freute sich Piotr Dukat, der vor etwa einem Monat Krystyna Płocharska auf der Position des Vorstandsvorsitzes abgelöst hatte. Sie wurde nach über 20 Jahren im Amt unter anderem von den Vertretern der Selbstverwaltungen verabschiedet, die zum Tag der nationalen Minderheiten gekommen waren. Auch dank ihr, so der Bevollmächtigte für Minderheitenfragen des Marschalls der Woiwodschaft Ermland-Masuren, Wiktor Marek Leyk, „ist unsere Region offen für nationale und ethnische Minderheiten – und diese fühlen sich hier zu Hause.“

Familiäre Atmosphäre beim diesjährigen Tag der Minderheiten im Kosakendorf „Ataman“ in Allenstein-Göttkendorf
Seifenblasen-Animation für Kinder

Viele Generationen, viele Nationen
Der Tag der nationalen Minderheiten war in diesem Jahr dank der vielen Kinder eine ausgesprochen lebhafte Veranstaltung. Die Sonne schien auf die glänzenden Seifenblasen, die die Kinder gemeinsam mit der für sie engagierten Animatorin schufen – und auf verschiedene Basteleien, die sie gestalten konnten. Doch sie trugen auch zum kulturellen Programm bei: Amelia Kuształa aus Guttstadt (Dobre Miasto), die bei der polnischen Ausgabe der Musik-Castingshow „The Voice Kids“ bis ins Finale gekommen war, repräsentierte mit ihrem Gesang die ukrainische Minderheit. Mit offenen Mündern und voller Bewunderung standen die jüngsten Künstler – ukrainische Kinder aus Bartenstein (Bartoszyce) – vor der Bühne, auf der sie wenig später selbst tanzten. Auch die Allensteiner Roma hatten diesmal ihre jüngere Generation für einen farbenfrohen Auftritt geschickt. Die deutsche Minderheit war mit zwei jungen Sängerinnen von der Grundschule Nr. 2 in Allenstein vertreten.

Auftritt von Amelia Kuształa vor jungen Fans
Die junge Generation der Allensteiner Roma bei ihrem Auftritt
Ukrainische Volkskunst

Koffer, Kuchen und schöne Klänge
Weitere deutsche Beiträge gab es von der Gruppe „Masurenklang“ aus Peitschendorf (Piecki), dem Chor der Neidenburger Gesellschaft der Deutschen Minderheit und der Gesangsgruppe des Vereins in Marienwerder (Kwidzyn). Danach stellte die polnische Germanistin Marlena Uziębło aus Siedlce die deutsche Kultur vor und zauberte in Begleitung ihres Mannes am Klavier ein kurzes Recital mit Liedern von Marlene Dietrich auf die Bühne. Ob „Ich bin die fesche Lola“, „Lili Marleen“ oder „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“ – sie sang mit viel Schwung und Hingabe. „Immerhin hat mich mein Vater nach Marlene Dietrich benannt und gesagt, ich solle auch so eine starke Frau werden“, erklärte sie schmunzelnd nach ihrem Auftritt, während die Folk-Rock-Band der ukrainischen Minderheit „Tuhaj Bej“ das musikalische Programm abschloss.

Marlena Uziębło aus Siedlce gab Lieder von Marlene Dietrich zum Besten.
Der Chor der Neidenburger Gesellschaft der Deutschen Minderheit
„Masurenklang“ auf der Bühne

Wichtig beim Tag der nationalen Minderheiten sind stets auch die Stände, an denen sich die jeweiligen Minderheiten vorstellen können. Hier konnte man Bücher, Kunsthandwerk oder CDs bekommen. Auch das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) präsentierte sich mit einem Stand. Doch der wichtigste Punkt – nicht nur für Leckermäuler – befand sich auf der gegenüberliegenden Seite der Wiese: der Basar mit verschiedensten Gebäck- und Kuchensorten, die für eine freiwillige Spende zugunsten Bedürftiger aus der Ukraine angeboten wurden. Einige hundert Złoty kamen dabei zusammen, was die Organisatoren freuen dürfte, vor allem aber die Menschen, denen damit geholfen wird. Am Ende der Veranstaltung kann man guten Gewissens sagen: Alles ist sehr gut gelaufen.

Auch einen Gebäck- und Kuchenbasar zur Spendensammlung für geflüchtete Menschen aus der Ukraine gab es.

Uwe Hahnkamp

Ohne finanzielle Unterstützung ist ein solches Fest nicht möglich. Die Organisatoren und Teilnehmer danken dem polnischen Ministerium für Inneres und Verwaltung, dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Ermland-Masuren, dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig sowie der Kreisgemeinschaft Allenstein in Gelsenkirchen.

Fotos: Uwe Hahnkamp

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