Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wednesday, November 30, 2022

Kolumne

Die Gedanken sind frei

Konstatierung

Wir haben von Mitgliedern der Partei selbst gehört, dass diskriminierende Maßnahmen gegen die deutsche Minderheit von der Führung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) im letzten Jahr wegen des bevorstehenden Wahlkampfs für die Parlamentswahlen als wichtig erachtet wurden. „Inoffiziell“, versteht sich. Die Rede von Jarosław Kaczyński in Kandrzin-Cosel bestätigt diese Richtung deutlich.

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Die Gedanken sind frei

Allerheiligen und Liedermacher

Allerheiligen und der Volkstrauertag lassen mich erkennen, was ich vor Jahren gehört habe: „Die Kirche ist eine Handvoll Lebender und eine riesige Menge Toter.“ Diese Worte passen zu jeder Gemeinschaft: Familie, Nation, Gemeinde, Heimatstadt … Stammbaum. Unabhängig davon, ob wir an das ewige Leben glauben oder nicht, fühlen wir uns mit denen, die vor uns kamen, verbunden. Wir betrachten ihr Vermächtnis als unser Erbe und unsere Verpflichtung. So entsteht eine Gemeinschaft aus Geschichte, Kultur, Erinnerungen, Orten und lebendigen Gefühlen.

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Die Gedanken sind frei

Reflexionen aus Salzbrunn

Am Samstag wurde mir bewusst, wie sehr sich die Geschichte der Organisation der Deutschen in Waldenburg nicht nur von der Geschichte anderer Organisationen in Polen, sondern in fast ganz Mittel- und Osteuropa unterscheidet. Außer in Rumänien und teilweise in Ungarn konnten sich alle Deutschen von der Oder bis Kamtschatka erst nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ organisieren. Dabei feierten wir im charmanten, deutschgeprägten Kurtheater in Bad Salzbrunn das 65-jährige Bestehen der örtlichen Organisation. Hier ist nicht der Platz, um die Geschichte dieses Vereins zu beschreiben, aber es muss daran erinnert werden, dass während dort der Verein, deutsche Schulen und Zeitungen entstanden sind, andernorts es verboten war, Deutsch zu sprechen und zu unterrichten – und für Versuche, sich als Deutsche zu organisieren, Haft drohte.

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Die Gedanken sind frei

Diplomatie oder …?

Vor langer Zeit habe ich im Artikel „Savoir vivre und die Moral der Diplomatie“ von Paweł A. Makowski gelesen, dass „Diplomatie sowohl Inhalt als auch Form ist. Der Inhalt bestimmt die Kunst der Diplomatie, die Form das diplomatische Handwerk. (…) Die großen, erhabenen, geistigen und moralischen Inhalte unseres Lebens machen sie zu einer großen Kunst. Wenn jedoch die Form fehlt, die von der höheren Kultur geschaffen wurde und die ihr dauerhaft und eng verwandt ist, verkümmert, verschwimmt und verschwindet der Inhalt unseres Lebens.“

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Die Gedanken sind frei

Absurd

Mit Entsetzen und Erstaunen las ich die Worte von Jarosław Kaczyński darüber, dass angeblich Polen in den Zügen in Deutschland aus den Abteilen der ersten Klasse verwiesen würden. Die Informationsquelle sind, wie er behauptet, Europaabgeordnete. Zuerst dachte ich, es sei eine Fake-News. Und doch erreicht der Grad der Absurdität, der die polnische Politik seit einigen Jahren beherrscht, unvorstellbare Höhen. Bis zu den Wahlen bleibt noch ein Jahr. Wohin fahren wir denn?

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Die Gedanken sind frei

Autoritäten gehen

Montag war der Tag der Beerdigung von Königin Elisabeth II., die das Interesse der Welt beherrschte. Die Anwesenheit von Staatsoberhäuptern war offensichtlich, die Massen von Briten, die ihr Staatsoberhaupt auf dem letzten Weg begleiten, im Prinzip auch verständlich, aber die Millionen von Menschen, die die Sendung in Ländern verfolgten, die weder mit England noch mit dem Commonwealth etwas zu tun haben, sind nicht so leicht zu erklären.

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Die Gedanken sind frei

Gemischte Gefühle

In wenigen Tagen treffen wir uns in der Breslauer Jahrhunderthalle zum Kulturfestival der deutschen Minderheit. Ich hatte die Ehre, die letzten Ausgaben zu eröffnen und habe in meinen Worten immer wieder auf die Freude an der deutschen Identitätsbildung hingewiesen, aber auch auf die Schwierigkeiten, die auf diesem Weg auftauchen und aus Schwächen der Minderheitenpolitik, der fehlenden Realisierung der Bestimmungen europäischer Dokumente oder der fortgesetzten Nichtnutzung des Potenzials der polnisch-deutschen Beziehungen bestehen.

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Die Gedanken sind frei

„Alles ist gut”?

Wieder einmal ist die Sommerzeit für mich zu einer Art Spurensuche des Deutschtums dort geworden, wo es früher Alltag war. Diesmal in Litauen und Lettland. Das fällt nun mit dem Beginn der praktischen Diskriminierung von Kindern deutscher Herkunft in ganz Polen zusammen, was uns in wenigen Tagen erwartet. Und in diesem Zusammenhang überkommt mich die traurige Überlegung, dass die Kinder durch die Kürzung des Deutschunterrichts von einer großen Kultur abgeschnitten werden, ohne die die Kultur, Architektur und Wirtschaft vieler europäischer Länder kaum vorstellbar sind.

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